1. Startseite
  2. Politik

Gerüchte um Sturz von Putin: Leibgarde rechnet mit „massivem ideologischen Angriff“

Erstellt:

Von: Yannick Hanke

Kommentare

Wie sicher sitzt Wladimir Putin noch auf seinem Stuhl als russischen Präsident? Droht sein Sturz? Seine Leibwächter sollen schon auf ganz spezielle Angriffe vorbereitet sein.

Moskau – Über Jahre hinweg hat Russlands Präsident Wladimir Putin seine Machtposition gefestigt. Der Befehlshaber des einstigen Zaren-Reiches im Ukraine-Krieg galt in seiner Rolle als unerschütterlich. Ein Mann, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, der für seine starre und kompromisslose Politik gefürchtet wird. Doch nicht selten kommen und kamen seit der russischen Invasion auf die Ukraine Ende Februar 2022 Gerüchte auf, dass Putin der Sturz drohe.

Einen möglichen Putsch oder Sturz scheint auch der Kreml-Herrscher selbst zumindest nicht mehr auszuschließen. Denn wie die russischsprachige Investigativplattform The Insider berichtet, sollen die Personenschützer Putins bereits Ende Oktober im Zentrum von Moskau die Vereitelung eines Putsches trainiert haben, berichtet kreiszeitung.de.

Möglicher Sturz von Wladimir Putin: Personenschützer von Russlands Präsident haben Ernstfall bereits geprobt

Einen möglichen Sturz von Wladimir Putin vor Augen, sollen die Personenschützer „eine geplante taktische Übung“ abgehalten haben, „um terroristische Bedrohungen zu neutralisieren und die Einrichtungen der höchsten Regierungsebene zu schützen“. Diese Übung soll nur ein kleiner Teil von besonderen Maßnahmen gewesen sein – für den Fall, dass der Federalnaja Sluschba Ochrany Rossijskoi Federazii (FSO), der Schutzdienst zur Bewachung des russischen Präsidenten und der Regierung, in den Kriegszustand versetzt werde.

Im Vordergrund faltet Russlands Präsident Wladimir Putin die Hände zusammen. Im Hintergrund marschieren russische Soldaten.
Stellt er sich bereits auf seinen Sturz ein? Russlands Präsident Wladimir Putin soll seine Personenschützer bereits für den Ernstfall üben lassen. © Aleksey Nikolskyi/dpa/imago/Montage

Laut The Insider würde die Wache des in die Bredouille geratenen Wladimir Putin ihre Mitarbeiter auf einen „massiven ideologischen Angriff“ vorbereiten. Dem Magazin liegt nach eigenen Angaben der Entwurf eines geheimen „Plans zur moralisch-psychologischen Unterstützung beim Übergang der Einsatzleitung des FSO von Friedens- in Kriegszeiten“ vorl. Demnach würde der FSO davor warnen, dass im Falle eines Sturzes von Putin einige Kreml-Personenschützer depressiv werden könnten. Sie könnten zudem die Richtigkeit der Aktionen ihrer Vorgesetzten anzweifeln, Angst bekommen und um ihr Leben fürchten.

FSO warnt vor Sturz von Wladimir Putin – durch Putsch und Propaganda in den eigenen Reihen

Der FSO hätte seine Mitarbeiter bereits davor gewarnt, dass der Feind heimtückisch sei und vor allem versuchen werde, „die psychologische Stabilität des Personals zu verringern, es moralisch zu desorientieren und ihm die Bereitschaft zum Widerstand zu nehmen“. Fernsehen, Radio, Printmedien, soziale Medien, Bücher, Broschüren, Faltblätter sowie Plakate würden dabei als die größten Bedrohungen genannt. Sorgen sie also indirekt für den Sturz von Wladimir Putin, der auf einen „dirty deal“ mit Donald Trump hoffen soll?

Was ist eigentlich der FSO?

Der Federalnaja Sluschba Ochrany Rossijskoi Federazii, kurz FSO, ist ein russischer Schutzdienst, dessen Fokus auf der Sicherheit des russischen Präsidenten sowie der russischen Regierung liegt. Die ersten Bewachungsdienste für Staatsmänner reichen bis ins Zarentum Russland Mitte des 16. Jahrhunderts zurück.

Die gegenwärtige Struktur samt der Aufgaben des FSO sind seit dem 27. Mai 1996 per Gesetz festgeschrieben. Abseits vom Personenschutz der Staatsspitze kann der russische Präsident, in dem Fall Wladimir Putin, den FSO auch für Abwehr- und Aufklärungsaufgaben einsetzen. Der FSO umfasst etwa 40.000 Mitarbeiter.

Dem Bericht zufolge könnten sich Geheimdienste aus dem Ausland soziale Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sowie religiöse und pseudoreligiöse Organisationen zunutze machen und sich an Verwandte der FSO-Mitarbeiter wenden. Ein besonderer Fokus würde zudem den Personen gelten, die psychologischen Einfluss auf das Wachpersonal ausüben könnten und über hypnotische Fähigkeiten verfügen. Darüber hinaus würde der FSO davon ausgehen, dass der Feind auch auf „chemische und biologische Methoden der psychologischen Beeinflussung“ zurückgreifen könnte.

Wendet Wladimir Putin seinen Sturz durch die Hilfe von Astrologen und Hellsehern ab?

Doch würde es dem Bericht zufolge auch Gegenmaßnahmen geben. Empfohlen werde unter anderem „Gegenindoktrinierung“, die Teilnahme an wöchentlichen politischen Schulungen, ein Ausflug zur Kasaner Ikone der Gottesmutter und vertrauensbildende Gespräche mit jungen Mitarbeitern, die zu psychischer Instabilität neigten. Den am wenig widerstandsfähigen Beamten sollten die politisch versiertesten zugewiesen werden, um einen Sturz von Wladimir Putin zu verhindern.

Laut The Insider sei der stellvertretende Direktor des FSO, General Aleksandr Komow, für die konkrete Umsetzung des Plans zuständig. Komow soll nicht nur äußerst wachsam sein, sondern auch auf den Rat von Astrologen und Hellsehern hören. Darauf verweist das Magazin mit Vermerk auf eine Kreml-Sicherheitsquelle. Wie gut die Sterne für Wladimir Putin, dessen Regime sich bereits „in der Endphase“ befinden soll, wirklich stehen, wird sich dann wohl in näherer Zukunft zeigen.

Auch interessant

Kommentare