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Finale in Georgia: Stichwahl zwischen Warnock und Walker startet

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Von: Daniel Dillmann

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Senator Raphael Warnock hat seine Stimme für die Stichwahl in Georgia bereits abgegeben.
Senator Raphael Warnock hat seine Stimme für die Stichwahl in Georgia bereits abgegeben. © JUSTIN SULLIVAN/AFP

Herschel Walker oder Raphael Warnock - im US-Bundesstaat Georgia entscheidet eine Stichwahl über den nach den Midterms offenen Sitz im Senat.

Atlanta - Zehn Tage vor dem eigentlichen Wahltermin haben im US-Bundesstaat Georgia die ersten Wahllokale geöffnet. Seit Samstag bieten manche Bezirke das sogenannte „Early Voting“ an. Dort können Briefwahlstimmen eingeschickt oder abgegeben werden. Am 06. Dezember findet dann die Stichwahl um den Senatsplatz zwischen Herschel Walker von den Republikanern und Raphael Warnock von den Demokraten statt.

Die Stichwahl in Georgia stellt den Schlusspunkt der diesjährigen Midterms in den USA dar. Aus den Zwischenwahlen am 08. November waren die Demokraten als Sieger hervorgegangen. Zwar verlor die Partei von US-Präsident Joe Biden ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus, verteidigte dafür aber ebenjene im Senat. Die meisten Umfragen hatten im Vorfeld die Republikaner auf der Siegesstraße gesehen.

Stichwahl in Georgia - Raphael Warnock Favorit vor Herschel Walker

Wenn also nun in Georgia per Stichwahl über die Besetzung des Senats entschieden wird, geht es nicht mehr um die Mehrheit in der zweiten Kammer des Kongresses. Die möglichen Auswirkungen des Duells Herschel Walker gegen Raphael Warnock bleiben aber dennoch gravierend. Ein Sieg Warnocks würde den Demokraten die absolute Mehrheit verschaffen. Aktuell halten die Demokraten 50 Sitze, die Republikaner 49. Im Falle einer Stimmengleichheit erhält die Vorsitzende des Senats, Vizepräsidentin Kamala Harris, eine weitere Stimme. Mit einer Mehrheit von 51 Sitzen müssten die Demokraten nicht auf diesen Modus zurückgreifen müssen. Außerdem würden sie in etlichen Ausschüssen die Mehrheit stellen, was wiederum die Zusammenarbeit mit dem Weißen Haus und Joe Biden vereinfachen würde.

In die Stichwahl Georgias geht der Demokrat Raphael Warnock als Favorit. Er hatte bereits bei den Midterms in den USA mehr Stimmen erhalten als Herschel Walker, verpasste aber die notwendige Anzahl von mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen. Vor der Wahl geriet Walker in die Kritik, weil der erklärte Abtreibungsgegner mehreren Frauen Geld für Schwangerschaftsabbrüche ausgezahlt haben soll. Nach der Wahl wurde Walker vorgeworfen, aus steuerlichen Gründen seinen Hauptwohnsitz nicht in Georgia, sondern in Texas gemeldet zu haben. Walker registrierte sich aber im Jahr 2021 für die Wahl in Georgia, was er aufgrund der Lage seines Hauptwohnsitzes gar nicht hätte tun dürfen.

Stichwahl in Georgia: Donald Trump plant keine Veranstaltung

Bis zum Wahltermin am 6. Dezember läuft nun der Wahlkampf der beiden Kandidaten. Laut dem US-Sender CNN kann dafür aber nur Raphael Warnock auf die Unterstützung zumindest eines ehemaligen Präsidenten bauen. Barack Obama soll mehrere Wahlkampfauftritte in Georgia geplant haben. Der amtierende US-Präsident Joe Biden hat keine Veranstaltungen in besagtem Bundesstaat im Terminkalender stehen.

Herschel Walker dagegen muss offenbar auf die Unterstützung von Donald Trump verzichten. Der ehemalige US-Präsident hatte kurz nach den Midterms seine erneute Kandidatur verkündet und sich dafür vor allem von Parteikollegen schwere Vorwürfe anhören müssen. Trump schade damit der Wahlkampagne Walkers. Die Kritik könnte einer der Gründe sein, warum der ehemalige Footballspieler Walker nun alleine um den Sitz im Senat kämpfen muss. (Daniel Dillmann)

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