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Gendern im Thüringer Landtag verboten: CDU und AfD stimmen zusammen ab

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Von: Katja Thorwarth

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„Gendern? Nein danke“ hatte die CDU in Thüringen ihren Antrag überschrieben. Nun setzt sich die CDU durch - gemeinsam mit der AfD. 

Erfurt - In ihrer künftigen Kommunikation sollen Thüringens Landesbehörden bald auf bestimmte Formen der gendergerechten Sprache verzichten. Das beschloss der Thüringer Landtag am späten Donnerstagabend (10. November) gegen die Stimmen der rot-rot-grünen Minderheitskoalition. Die Behörden sollen künftig ausschließlich die Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung befolgen. 

Im Erfurter Landtag war es eine knappe Parlamentsmehrheit, die diese Neuregelung durchsetzte. Die CDU-Fraktion konnte sich hier mit ihrem umstrittenen Antrag durchsetzen - mithilfe der AfD. Bei einer namentlichen Abstimmung im Landtag erhielt der CDU-Antrag 38 von 74 abgegebenen Stimmen, 36 Abgeordnete votierten dagegen. Die rot-rot-grüne Minderheitskoalition hatte mit einem Gegenantrag noch vergeblich versucht, einen Kompromiss mit einer „Selbstverpflichtung zu einer respektvollen Kommunikation“ zu finden.

AfD-Fraktionschef Björn Höcke im Landtag von Thüringen. (Archivbild)
AfD-Fraktionschef Björn Höcke im Landtag von Thüringen. (Archivbild) © Martin Schutt/dpa

Thüringen: CDU setzt Antrag zu Gender mit der AfD durch

Der Linke-Abgeordnete Christian Schaft warf der CDU vor, mit ihrem Antrag gegen die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache Stimmungsmache und einen rechten Kulturkampf zu betreiben, „wie man ihn sonst von der AfD-Fraktion erwarten würde“. Linke, SPD und Grüne, die den Antrag heftig kritisierten, haben im Thüringer Landtag keine Mehrheit.

Bereits vor der Abstimmung hatte die AfD-Abgeordnete Corinna Herold angekündigt, dass ihre Fraktion den CDU-Antrag unterstützen werde. Gendern sei eine „Sprachverhunzung“.

Thüringen: „CDU verkennt, dass sich Sprache ständig weiterentwickelt“

Der CDU-Abgeordnete Christoph Zippel hatte den Antrag seiner Fraktion damit begründet, dass nach verschiedenen Umfragen eine Mehrheit der Menschen in Deutschland die „Gendersprache“ ablehne, teilweise würde sie als Bevormundung empfunden. Die SPD-Abgeordnete Cornelia Klisch hingegen bezeichnet die gendersensible Sprache als „legitimes Mittel, die Gleichheit der Geschlechter zum Ausdruck zu bringen“. Die CDU verkenne, dass sich Sprache ständig weiterentwickle.

Staatskanzleiminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) sagte, die Landesregierung halte sich an die Regeln, die unter anderem durch Gleichstellungsgesetze oder die Rechtsprechung gesetzt seien. Mit der geschlechtergerechten Sprache sei es wie mit der Frauenquote, so Hoff. „Sie muss erkämpft werden.“ (ktho/dpa)

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