Deutschland und Frankreich

Gemeinsamer Kampfflieger mit „politischer Strahlkraft“

  • schließen

Die Bundesregierung will fast 80 Millionen Euro in das deutsch-französische Rüstungsprojekt investieren. Ob das Flugzeug am Ende gebaut wird, ist aber nicht sicher.

Die Bundesregierung will die Entwicklung des deutsch-französischen Mehrzweck-Kampfflugzeugs mit zunächst knapp 80 Millionen Euro unterstützen. Das „Future Combat Air System“ (FCAS), das ab 2040 die Tornados und Eurofighter ersetzen soll, gilt als Prestige- und Symbolprojekt.

Noch 2020 sollten die ersten Technologiearbeiten für das sogenannte FCAS beginnen, heißt es in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. „Der deutsche Anteil für den zweiten Anteil beläuft sich auf rund 77,5 Millionen Euro einschließlich Umsatzsteuer.“ Davon entfielen 50 Millionen Euro auf 2020, der Rest soll 2021 gezahlt werden. Die gleiche Summe zahle Frankreich.

Das Vorhaben habe „das Potenzial, mittelfristig das größte europäische Rüstungsprojekt für die Entwicklung eines eigenen europäischen Kampfflugzeugsystems zu werden“, heißt es in dem Schreiben, das sich ausdrücklich auch auf Informationen des Verteidigungsministeriums beruft. Es habe „über die Absicherung des Erhalts relevanter militärischer Kernfähigkeiten und Bündnisverpflichtungen hinaus eine große politische Strahlkraft“.

In der ersten Phase sollten unter anderem technische Daten und Bewaffnung des neuen Kampfjets definiert werden, so das Schreiben. Dafür sei „eine Gesamtlaufzeit von 18 Monaten vorgesehen“.

Danach könnte das Projekt noch eingestellt werden: Die Aktivitäten der ersten Phase stellten „kein Präjudiz für eine tatsächliche Realisierung des Projektes dar“, heißt es. Werde die Flugzeugplanung weiter verfolgt, solle 2021 die Demonstrationsphase beginnen. Das endgültige Konzept für das Flugzeug solle bis 2027 feststehen. Zu den Gesamtkosten heißt es: „Die zukünftige Kosten- und Arbeitsverteilung ist abhängig von der Einbindung weiterer Partner.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion