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Sheikh Sharif Sheikh Ahmed arbeitete früher als Geografie-Lehrer, der seine Ausbildung im Sudan und in Libyen erhielt.

Somalischer Präsident

Gemäßigter soll Fraktionen zusammenführen

Sheik Sharif Sheik Ahmed - ein moderater Islamist - ist als neuer somalischer Staatspräsident vereidigt worden.

Dschibuti. Ein moderater Islamist ist am Samstag als neuer somalischer Staatspräsident vereidigt worden. Sheik Sharif Sheik Ahmed war wenige Stunden zuvor im Nachbarland Dschibuti vom somalischen Parlament gewählt worden. Er folgt Abdullahi Yusuf, der Ende Dezember unter dem Eingeständnis zurückgetreten war, er habe die Kontrolle über Somalia verloren.

Der 74-Jährige galt als politisch angeschlagen, seitdem das Parlament seinen Versuch vereitelt hat, Ministerpräsident Nur Hassan Hussein zu entlassen. Das neue Staatsoberhaupt Ahmed war einst Vorsitzender der Islamischen Gerichtsunion.

Diese Organisation kontrollierte die Hauptstadt Mogadischu im Jahr 2006 sechs Monate lang, bevor sie von den einmarschierenden Äthiopiern vertrieben wurde. Doch auch mit äthiopischer Hilfe konnten die somalischen Regierungstruppen nur Teile Mogadischus und den Parlamentssitz Baidoa kontrollieren. Inzwischen haben sich die äthiopischen Streitkräfte aber weitgehend zurückgezogen.

Die Wahl Ahmeds wurde Beobachtern zufolge mit der Hoffnung verbunden, dass er die rivalisierenden Gruppen in Somalia vereinen kann. Er wurde nach Parlamentsangaben mit 293 Stimmen gewählt, nachdem sich Ministerpräsident Hussein aus dem Rennen zurückgezogen hatte. Der noch verbliebene Gegenkandidat erhielt nur 126 Stimmen.

Somalia hat schon seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Bei den Kämpfen der vergangenen Jahre wurden tausende Zivilpersonen getötet oder verletzt. Nach UN-Angaben sind rund 300.000 Kinder unterernährt. Viele Hilfsorganisationen haben wegen Überfällen auf ihre Mitarbeiter die Arbeit in dem Land eingestellt. Die Gesetzlosigkeit gilt auch als Ursache der Piraterie im Golf von Aden. (AP)

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