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Die Quote ist kein Instrument, ungeeignete oder nicht leistungsfähige Frauen einzustellen. Denn sie gilt nie allein. Es geht um Eignung, Talent und um Geschlecht.

Frauentag

Es geht um Eignung, Talent und Geschlecht

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Eine Frauenquote hat das Zeug, Unternehmen strukturell zu verbessern.

Bei Stellenbesetzungen gehe es doch um Eignung und Talent, nicht um Geschlecht, sagen die Quotengegner. Klingt zunächst plausibel, ist es aber nicht. Denn dieser so oft zitierte Satz enthält eine irreführende Verknüpfung. Die Quote hebt Eignung und Talent einer Kandidatin als Voraussetzungen für den Erfolg ja nicht auf. Die Quote ist doch kein Instrument, ungeeignete oder nicht leistungsfähige Frauen einzustellen. Denn sie gilt nie allein. Es geht um Eignung, Talent und um Geschlecht! Wenn dieses Verständnis herrscht – und alles andere wäre diffamierend –, ist auch ein weiteres Argument hinfällig, nämlich das der „Quotenfrau“.

Daraus ist ein Kampfbegriff geworden, der die Sache nicht trifft. Nachweisbar geht es heute bei keiner personellen Besetzung nur um die Quote. Es geht um gleiche Chancen bei gleicher Qualifikation, aber eben unterschiedlichen Voraussetzungen.

Über Jahrzehnte waren Frauen von Aufstiegsprozessen in Unternehmen weithin ausgeschlossen. Regelungen zur Selbstverpflichtung sind bekanntlich völlig gescheitert. Dagegen zeigen die Erfahrungen mit der Quote: Professionell angewandt schafft sie Anreize zur Unternehmensentwicklung! Über das Genderthema hinaus hat die Quote das Zeug, Unternehmen strukturell zu verändern und zu verbessern. Gerade in Deutschland ist dies unerlässlich.

Das wird nicht einfach, aber jeder kann es sich schon vorstellen. Wenn ich mir als Unternehmerin das Ziel setze, in den nächsten Jahren auf den oberen Management-Ebenen eine dreißigprozentige Frauenquote zu erreichen, dann muss ich auf den Ebenen darunter weit mehr als 30 Prozent Frauen in Verantwortung bringen. Junge und ältere, mit den verschiedensten Fähigkeiten. Und ich muss es schaffen, den größten Teil dieser Frauen im Unternehmen zu halten. 

Dafür muss ich weg von der alten Arbeitszeit- und Anwesenheitskultur, hin zu neuen Karrieresystemen, die deutlich mehr Unterbrechungen und auch sogenannte Spätkarrieren zulassen, einem modernen Aus- und Weiterbildungsprogramm, bis zur Kooperation mit den besten Kindergärten und Schulen, einer exzellenten Hausaufgabenbetreuung, einem Sport- und Freizeitangebot, auch für die Kinder.

Und auch auf scheinbare Nebensächlichkeiten gilt es für moderne, leistungsfähige Unternehmen zu achten: ein vielfältigeres Mittagessen, eine Haltestelle direkt vor der Tür, eine Wäscherei in der Nähe und vieles mehr. Nicht die Frauen, sondern die Unternehmen brauchen die Quote – wollen sie zukunftsfähig sein.

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