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In neuem Buch

Ex-Kanzler Gehard Schröder: „Türkei ist Teil einer neuen Weltordnung“

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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In seinem neusten Buch warnt Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder davor, der Türkei mit einer Mentalität wie im Kalten Krieg zu begegnen.

Frankfurt – Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht in der Türkei eine „dominante Macht“ im östlichen Mittelmeer. Ein Fakt, den die Europäische Union akzeptieren müsse, ob sie wolle oder nicht.

In seinem neuen Buch stellt Schröder die Türkei in eine Linie mit China und Russland, welche er als „wichtige Akteure in der Weltpolitik“ bezeichnet. Der Westen sollte diesen Ländern nicht mit derselben Mentalität wie im Kalten Krieg begegnen. Vielmehr seien die Widersprüche zwischen der Türkei und deren Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan auf der einen Seite, und der EU auf der anderen ein Resultat der „falschen Politik“ der Europäer. Diese hätten die Türkei oftmals in einer „erniedrigenden und überheblichen“ Weise behandelt.

Politik der Türkei laut Schröder unabhängig von Recep Tayyip Erdoğan

Diese Politik sei unabhängig von der Politik der Türkei und auch von deren amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Es sei widersinnig, zu glauben, dass die Türkei ihre Position als Macht im östlichen Mittelmeer aufgebe, wenn eine neue Regierung an die Macht komme. Vielmehr sei die Türkei ein wichtiger Vermittler von Frieden im Nahen Osten. Auch in Syrien kann es nach Schröders Meinung nur Frieden geben, wenn die Türkei und Russland dazu beitragen.

LandTürkei
HauptstadtAnkara
Einwohnerzahl82 Millionen
Regierungsformpräsidentielle Republik
PräsidentRecep Tayyip Erdoğan

Bereits als Bundeskanzler hatte sich Schröder an die Seite der Türkei unter Recep Tayyip Erdoğan gestellt. In einer Rede 2005 sagte Schröder: „Mit kaum einem anderen Land außerhalb der Europäischen Union sind wir so eng verbunden wie mit der Türkei.“

Kritik von Nachbarn der Türkei als Regionalmacht

Die Nachbarn der Türkei haben hingegen eine andere Wahrnehmung der neuen Regionalmacht und von deren Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Kurden in Syrien und dem Irak sorgen sich vor einem Einmarsch der Türkei. Und auch mit dem Nato-Partner Griechenland befindet sich die Türkei im Konflikt. Dabei geht es um Gasvorkommen im Mittelmeer, welche beide Länder für sich beanspruchen. Nicht zuletzt hatte das Vorgehen der Behörden in der Türkei gegen Studierendenproteste für Empörung gesorgt.

Das Buch, in dem Gerhard Schröder über die Türkei schreibt, erscheint unter dem Titel: „Letzte Chance: Warum wir jetzt eine neue Weltordnung brauchen“. Es ist entstanden in Zusammenarbeit mit Gregor Schöllgen und erschienen im Januar im Verlag DVA. (Von Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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