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Jens Hettmann, 56, Repräsentant der Friedrich-Ebert-Stiftung in Abidjan (Elfenbeinküste).
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Jens Hettmann, 56, Repräsentant der Friedrich-Ebert-Stiftung in Abidjan (Elfenbeinküste).

Experte zur Elfenbeinküste

„Die Gegner müssen beide gehen“

  • Franziska Schubert
    VonFranziska Schubert
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Der Afrika-Experte und Repräsentant der Friedrich-Ebert-Stiftung in Abidjan (Elfenbeinküste), Jens Hettmann, über die Defizite Ouattaras und die Möglichkeiten der Stabilisierung der Lage der Elfenbeinküste.

Weder der eigenmächtig ernannte Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, noch der international anerkannte Wahlsieger Alassane Ouattara können nach Ansicht von Jens Hettmann, Repräsentant der Friedrich-Ebert-Stiftung in Abidjan, „das Land vereinigen“. Um den Konflikt zu lösen, sei es deshalb am besten, „dass beide sich von der politischen Ebene zurückziehen“, denn beide polarisierten das Land.

Hettmann befürchtet sogar, dass die Krise anhält, selbst wenn Ouattara Gbagbo ablösen sollte. Der Landesvertreter der Stiftung schließt nicht aus, „dass Ouattara in diesem Fall Gefahr läuft, im Süden einer Rebellion gegenüberzustehen“. Dass Ouattara nicht im ganzen Land vollen Rückhalt genieße, belege die Tatsache, dass der von ihm ausgerufene Generalstreik kaum befolgt wurde.

Eine wesentliche Ursache für den derzeitigen Konflikt sieht der Experte darin, dass Staatsgründer Félix Houphouët-Boigny seine Nachfolge nicht geregelt hat: „Dadurch ist ein Machtkampf um sein Erbe entbrannt, den Ouattara und Gbagbo jetzt austragen.“

Hettmann kritisiert auch, dass sich die internationale Gemeinschaft so schnell und vorbehaltlos hinter das Votum der Wahlkommission für Ouattara gestellt hat, anstatt zu versuchen, die Situation durch den Dialog zu entschärfen. Aus seiner Sicht ist die Kommission aber nur formal unabhängig: Von den 26 Kommissaren „sind 20 eindeutig der Opposition zuzurechnen, nur sechs stehen Gbagbo nahe“.

Zwar lobt Hettmann, dass die internationale Gemeinschaft seit Ausbruch der Krise 2002 konfliktlösend eingegriffen habe, „aber sie war dabei nicht immer konsequent“. So habe die Gemeinschaft nicht rigoros auf die Einhaltung des 2004 verhängten Waffenembargos geachtet. Infolgedessen sei das Verbot von beiden Konfliktparteien problemlos umgangen worden, „so dass sich jetzt zwei bis an die Zähne bewaffnete Lager gegenüberstehen“.

Dass die internationale Gemeinschaft trotzdem auf den Präsidentschaftswahlen beharrt hat, hat aus Hettmanns Sicht zur Destabilisierung beigetragen, zumal „gewalttätig ausgetragene Machtkämpfe das Vertrauen in einen demokratischen Wandel nun insgesamt“ zu erschüttern drohten.

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