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Pressefreiheit in Tansania

Gefängnis für Corona-Berichte

  • Johannes Dieterich
    vonJohannes Dieterich
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In vielen afrikanischen Staaten haben Regierungen die Pandemie genutzt, um die Pressefreiheit zu beschneiden. Besonders hart ging Tansania gegen kritische Medien vor.

Auch für afrikanische Medien war das vergangene Jahr ein annus horribilis: Zu den üblichen Problemen wie sinkenden Auflagen und autoritären Regierungen kam die Pandemie hinzu. Viele Regierungen verhängten einen Ausnahmezustand und schränkten die Pressefreiheit weiter ein – unter dem Vorwand, die Verbreitung von fake news könne Panik auslösen. Auf dem Kontinent wurden über 100 Corona bedingte Einschränkungen der Pressefreiheit gezählt, 40 Medienleute wurden willkürlich verhaftet, 26 vor allem von Sicherheitskräften misshandelt.

Am Schlimmsten ging es im ostafrikanischen Staat Tansania zu. Auf dem globalen Index zur Pressefreiheit stürzte das Land während der fünfjährigen Herrschaft John Magufulis um 53 Ränge in die Tiefe, auf jetzt Platz 124 von 180 Staaten. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Zeitungen vorübergehend geschlossen, darunter mit „Mwananchi“ auch die größte des Landes. Die Begründung: Sie hatte über die Pandemie berichtet, die es nach Auffassung des Präsidenten nicht gab. Denn Magufuli glaubte, den Virus weggebetet zu haben. Im August erließ das Parlament ein Gesetz, das der Presse verbietet, ohne Genehmigung über den Ausbruch einer Infektionskrankheit zu berichten. Wer gegen das Gesetz verstößt, dem Droht ein Jahr Haft.

Schon vor der Pandemie war Kritik an Magufuli gefährlich, Journalisten wurden eingesperrt oder verschwanden ganz, wie Azory Gwanda. Der „Mwananchi“-Reporter hatte über eine geheimnisvolle Mordserie in seiner Heimatregion berichtet, die polizeilichen Ermittlungen über sein Verschwinden führten zu nichts. Dafür wurden zwei Mitglieder des New Yorker „Komitees zum Schutz von Journalisten“ festgenommen, die zum Schicksal von Gwanda forschten.

Samia Suluhu Hassaan, Nachfolgerin des vermutlich an Covid gestorbenen Präsidenten Magufuli ordnete jüngst die Aufhebung des Erscheinungsverbots mehrerer Zeitungen und privater Radiostationen an. Johannes Dieterich

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