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Sauer auf Deutschland: Geert Wilders.
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Sauer auf Deutschland: Geert Wilders.

Rechtspopulist will Deutschland vorführen

Geert Wilders ist sauer

  • Steven Geyer
    VonSteven Geyer
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Hollands führender Islamhasser nutzt eine deutsche Broschüre gegen Rechts für ein bisschen Selbstmarketing - und will den deutschen Botschafter vorladen lassen.

Klappern gehört zum Handwerk, aber wenn es bei einem arrivierten Rechtspopulisten wie Geert Wilders klappert, kann das schon mal diplomatische Aufregung auslösen. Der blondeste Islamhasser Hollands ist nämlich stinksauer. Auf Deutschland. Und weil er als Chef der rechtspopulistischen PVV die holländische Minderheitsregierung aus Rechtsliberalen und Christdemokraten duldet, kann Außenminister Uri Rosenthal das nicht ignorieren.

Wilders hatte ihn aufgefordert, den „deutschen Botschafter vorzuladen und ihm gehörig den Kopf zu waschen“. Die Bundesregierung verbreite „skandalöse Unterstellungen über das PVV-Gedankengut“. In einer Broschüre werde ihm, Wilders, unterstellt, seine Ideen bildeten den Nährboden für deutsche Neonazis!

Schnell berichteten holländische Medien über den Vorwurf; in der deutschen Botschaft in Den Haag herrschte Betriebsamkeit – und bei der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin. Dort meldeten sich am Donnerstag niederländische Medien im Akkord, erzählt Stiftungschefin Anetta Kahane. Denn die 32-Seiten-Broschüre stammt nicht von der Regierung, sondern von dem kleinen Verein gegen rechte Gewalt. Der hatte die Strategien und Inhalte von Neonazis im Internet beschrieben.

Jeder Zehnte rechtpopulistisch

Das Justizministerium steuerte aber einen Druckkostenzuschuss und ein Grußwort seiner Hausherrin, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, bei. Sie klagt, dass laut Umfragen jeder zehnte Deutsche „eine rechtspopulistische bis rechtsradikale Einstellung“ habe und viele davon Gewalt gegen Minderheiten billigten. Das bilde den Nährboden für rechten Terror. Dazu steht die Ministerin, sagt ihr Sprecher, zumal sie sich seit Jahren „gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzt und die Amadeu-Antonio-Stiftung als renommierte zivilgesellschaftliche Kraft schätzt“.

Der Name Wilders taucht im Heft erst 16 Seiten später auf, als beschrieben wird, wie gern Neonazis auf Thesen von bürgerlichen Islamkritikern zurückgreifen. „Wir stellen das ja nur fest“, sagt Kahane gelassen. „Die Herren sollten sich selbst Gedanken machen, wieso sie von diesen menschenfeindlichen Ideologien so oft zitiert werden.“

Wilders nur ein "Sängerknabe"

Wilders denkt anders. Er fordert seine Regierung zu einer Rüge dessen auf, „dass Broschüren, die eine wichtige niederländische Partei diffamieren, mit deutschen Steuergeldern bezahlt werden“. Prompt moserten niederländische Zeitungen, die Deutschen redeten ihre Schuld am Nationalsozialismus klein, denn im Vergleich zu Hitler sei Wilders ja nur ein Sängerknabe ... sodass auch Hollands Stammtisch etwas zu meckern hat. Und Populist Wilders erneut trefflich vorexerziert hat, wie Populismus funktioniert.

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