Frankreich

Gedenkstätte beschmiert

Schmierereien an einem Mahnmal, das an Massaker der SS erinnert, empören Frankreich.

Die Schändung einer Gedenkstätte für ein SS-Massaker hat in Frankreich Empörung ausgelöst. Präsident Emmanuel Macron erklärte am Samstag, es werde „alles getan“, um die Täter zu fassen. Bei der morgendlichen Öffnung am Freitag waren Schmierereien am Eingang der Gedenkstätte in Oradour-sur-Glane entdeckt worden.

Unbekannte hatten das Wort „Märtyrer“ im Schriftzug „Dorf der Märtyrer – Gedenkstätte“ mit weißer Farbe durchgestrichen und stattdessen „Lügner“ geschrieben, ergänzt durch den Namen eines Holocaustleugners.

Bürgermeister Philippe Lacroix zeigte sich „schockiert“. Die Gedenkstättenleitung erstattete Strafanzeige.

In der Dorfkirche von Oradour-sur-Glane hatte die Waffen-SS-Einheit „Das Reich“ am 10. Juni 1944 die Frauen und Kinder des Dorfs eingesperrt und das Gotteshaus angezündet. Die Menschen verbrannten bei lebendigem Leib.

Die Männer des Orts wurden größtenteils von den deutschen Soldaten erschossen. Insgesamt starben bei dem Massaker 642 Menschen.

Das zerstörte Dorf nahe Limoges im Zentrum Frankreichs ist heute eine nationale Gedenkstätte, die jährlich rund 300 000 Menschen besuchen. In der Nähe ist eine neue Ansiedlung entstanden. (afp)

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