Dieselmangel

Gaza muss einziges Kraftwerk abschalten

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen steht still. Der Kraftstoff fehlt. Grund hierfür ist der Streit zwischen Hamas und der Autonomiebehörde im Westjordanland.

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist am Samstag mangels Diesel-Kraftstoffs abgeschaltet worden. Hintergrund sei ein Streit zwischen der in dem Gebiet regierenden radikalislamischen Hamas und der Autonomiebehörde im Westjordanland über unbezahlte Rechnungen, sagte der Vize-Direktor des Stromkonzerns in Gaza, Kanaan Obeid. Die Autonomiebehörde macht die Hamas für die Krise verantwortlich, weil diese zulasse, dass zehntausende Arbeitnehmer im Gazastreifen ihre Stromrechnungen nicht zahlten. Die Hamas warf dagegen der Autonomiebehörde vor, sie verschlimmere die israelische Blockade gegen den Gazastreifen.

Das Kraftwerk im Gazastreifen, dessen Einwohner ohnehin unter chronischen Stromausfällen leiden, war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach vorübergehend abgeschaltet worden. Es produziert etwa 25 Prozent des Stroms in dem Gebiet. Derzeit herrschen Temperaturen von über 30 Grad, weshalb Klimaanlagen und Kühlschränke besonders viel in Gebrauch sind. Die Einwohner sind daher mehr denn je gezwungen, auf Dieselgeneratoren zurückzugreifen.

Diesel wird über ein von Israel kontrolliertes Treibstoff-Terminal eingeführt. Seit November ist die Menge von importiertem Diesel jedoch deutlich zurückgegangen, als die EU-Kommission der palästinensischen Autonomiebehörde die Verantwortung für den Ankauf von Treibstoff übertrug. Zuvor war Diesel über ein EU-Hilfsprogramm geliefert worden. 70 Prozent des Stroms im Gazastreifen kommt aus Israel, Ägypten liefert etwa fünf Prozent. Den Rest stellt normalerweise das Kraftwerk her. (afp)

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