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Auf über zehn Prozent: Gasumlage könnte Inflation in die Höhe schießen lassen

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Von: Moritz Serif

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Laut einer Studie könnte die Gasumlage die Teuerungsrate in Deutschland deutlich ansteigen lassen. Stimmen fordern eine Mehrwertsteuer-Senkung.

Berlin - Im Oktober müssen Privathaushalte und Unternehmen eine Gasumlage zahlen, um Energieversorgern aus der Patsche zu helfen. Was bislang nicht diskutiert wurde - der Unterstützungsbeitrag könnte die Inflation in Deutschland auf zehn Prozent erhöhen. Das berichtete das Handelsblatt und zitiert Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Demnach werde die Teuerungsrate wegen der Gasumlage um bis zu zwei Prozent steigen. Das Unternehmen Trading Hub Europe (THE) gibt die Höhe der Gasumlage am Montag (15. August) bekannt. Maßgeblich davon hänge jedoch ab, ob auf den Beitrag Mehrwertsteuer erhoben wird. Ohne Steuer betrüge die Teuerungsrate 0,5 bis 1,7 Prozentpunkte. In Deutschland hatte sich die Inflation zuletzt auf 7,5 Prozent im Vorjahresvergleich abgeschwächt. IMK-Direktor Sebastian Dullien sagte allerdings, nach dem Auslaufen des Tankrabatts und des Neun-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr werde die Teuerungsrate „wieder nach oben springen“.

Gasumlage könnte Inflation ansteigen lassen - BDEW fordert Mehrwertsteuer-Senkung

Wegen der zusätzlichen Belastung von Haushalten und Unternehmen spricht sich der Bundesverband der deutschen Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) für eine zweijährige Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas aus. Die Abgabe solle in dieser Zeit auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent reduziert werden, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae am Montag im ARD-Morgenmagazin. Entlastungen seien derzeit „unabdingbar“.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) setzt sich bei der EU-Kommission für einen Verzicht auf die Mehrwertsteuer auf die Gasumlage ein. Andreae sagte, dies reiche nicht. Die Mehrwertsteuer müsse insgesamt für zwei Jahre abgesenkt werden. „Das kommt bei den Menschen an.“ Das Instrument entlaste zudem untere und mittlere Einkommen „proportional“ stärker als reichere. Ein Haushalt könne auf diese Weise mehrere hundert Euro im Jahr einsparen, sagte Andreae.

Robert Habeck
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundeswirtschaftsminister, spricht bei einer Veranstaltung. © Soeren Stache/dpa/picture alliance

Energiekrise: SPD und Grüne fordern Entlastungen

Der BDEW vertritt die Unternehmen der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft. Dazu gehören auch Energieerzeuger und Netzbetreiber. Auch SPD und Grüne fordern weitere Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. (mse/afp)

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