1. Startseite
  2. Politik

Energiedeal: Scholz kauft Flüssiggas von den Vereinigten Arabischen Emiraten

Erstellt:

Von: Constantin Hoppe

Kommentare

Bundeskanzler Olaf Scholz erreicht einen Energiedeal mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Lieferungen werden noch dieses Jahr erwartet.

Abu Dahbi/Berlin – Deutschland erhält noch in diesem Jahr Flüssiggas (LNG) aus den vereinigten arabischen Emiraten. Das kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz am Sonntag (25. September) zum Ende seiner zweitägigen Reise auf die arabische Halbinsel an. Mit dem Energiedeal seien „Fortschritte“ erreicht worden „was die Möglichkeit unseres Landes betrifft, sich jetzt aktuell zum Beispiel mit Gas zu versorgen“, sagte Scholz in Doha, der letzten von drei Stationen seiner Reise.

Dort wurde auch ein Abkommen zwischen dem staatlichen Ölunternehmen Adnoc und den beiden deutschen Energieunternehmen RWE und der Hoyer-Unternehmensgruppe geschlossen. Dieses soll die Energiesicherheit für Deutschland gewährleisten.

Energiedeal mit den Arabischen Emiraten: Erste Lieferungen noch in diesem Jahr

Der Energiedeal zwischen Adnoc und dem RWE-Konzern sieht eine erste Lieferung von 137.000 Kubikmetern Flüssiggas bis Ende dieses Jahres vor. Das LNG soll an das neu entstehenden, schwimmenden Flüssiggas-Terminal in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) geliefert werden. Die Bauarbeiten an den Pipelines sind am Freitag (23. September) gestartet.

Bundeskanzler Scholz reist in die Golf-Region
Bundeskanzler Olaf Scholz (3.v.l,) spricht mit der Ministerin für Klimawandel und Umwelt der Vereinigten Arabischen Emiraten, Mariam bint Mohammed Saeed Hareb Almheiri.  © Kay Nietfeld/dpa

Mit der Hoyer-Gruppe hat Adnoc vereinbart, im kommenden Jahr bis zu 250.000 Tonnen Diesel monatlich zu liefern. Die erste Lieferung von Diesel aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde bereits im September beendet.

Vereinigte Arabische Emirate
Hauptstadt:Abu Dhabi
Staatsoberhaupt:Staatspräsident Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan
Bevölkerung:9,9 Millionen

Scholz einigt sich mit den Arabischen Emiraten: Abhängigkeiten verhindern

Der Industrieminister der Emirate, Sultan Ahmed al-Dschaber, nannte die neuen Abkommen eine „wegweisende neue Vereinbarung“, welche „die rasch wachsende Energiepartnerschaft zwischen den VAE und Deutschland verfestigen werde.

Der Kanzler versicherte in Abu Dhabi, dass durch die neuen Energiedeals mit den Golfstaaten keine neuen Abhängigkeiten entstehen werden: „Wir werden das so machen, wie es sich sinnvollerweise gehört, nämlich uns auf viele Regionen konzentrieren, die uns die Möglichkeit verschaffen, unsere Energieversorgung zu gewährleisten“, sagte Scholz.

Mit Blick auf die ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland in Folge des Ukraine-Konflikts fügte er hinzu: „Dass man eine Abhängigkeit von einem Lieferanten hat und auch von dessen Entscheidungen abhängig ist, wird uns sicherlich nicht wieder passieren.“

Energiedeal: Kaum noch Gas-Lieferungen aus Russland

Vor dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine am 23. Februar dieses Jahres, bezog Deutschland noch 55 Prozent seines Erdgases aus Russland. Inzwischen sind die Lieferungen über die Pipeline Nord-Stream 1 zum größten Teil eingestellt und die deutschen Gasversorger suchen nach neuen Bezugsquellen. Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen laut der US-Energiebehörde EIA über die siebtgrößten Erdgasvorkommen weltweit.

Noch am Sonntag reiste Scholz weiter nach Katar, um auch dort über eine Zusammenarbeit im Energiebereich zu sprechen – ein weiteres Abkommen dort, wurde jedoch nicht erwartet. (con/AFP)

Auch interessant

Kommentare