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Sloweniens Ministerpräsident verteidigt Nord Stream 1

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Von: Constantin Hoppe

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Bei seinem Besuch in Deutschland weist der slowenische Premierminister die Kritik am Betrieb der Gaspipeline Nord-Stream 1 zurück.

Berlin – „Die Erdgaslieferungen aus Russland nach Deutschland sind wichtig, um die Stärke der Europäischen Union zu erhalten“, erklärte der slowenische Ministerpräsident Robert Golob am Dienstag (12. Juli). „Die Europäische Union muss stark bleiben, um die Ukraine im Krieg zu unterstützen“, sagte er gegenüber der Deutschen Welle.

Golob, der am Dienstag angesichts der möglichen Gaskrise zu Gesprächen über Energiefragen mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin weilte, bezog sich mit seiner Aussage auf die Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur Gaspipeline. Selenskyj hatte Kanada vorgeworfen, die Sanktionen gegen Moskau zu unterlaufen, nachdem Ottawa zugestimmt hatte, eine Turbine für Nord Stream 1 an Deutschland zurückzugeben.

Gaskrise: „Russische Gaslieferungen helfen auch der Ukraine“

„Ich bin in vielen Dingen einer Meinung mit Präsident Selenskiyj, aber nicht hier“, sagte Golob. „Wenn die Gaslieferungen wieder aufgenommen werden, ist das ein gutes Zeichen für Europa und auch für die Ukraine.“

Kanzler Scholz trifft slowenischen Regierungschef Golob
Sloweniens Ministerpräsident Robert Golob (links) verteidigte bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz den Betrieb der Gaspipeline Nord-Stream 1. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Anfang dieser Woche wurden die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1 nach Deutschland eingestellt. Es stehen zehntägige Reparaturen an der Pipeline an. Russland beliefert derzeit Deutschland nur noch über die Transgas-Pipeline durch die Ukraine, es kommt jedoch nur eine gedrosselte Menge Erdgas in Deutschland an, obwohl eine höhere Kapazität durch diese Pipeline möglich wäre.

Golob: Nur ein solidarisches Europa kann die Gaskrise bewältigen

Fachleute warnen davor, dass eine Rezession folgen könnte, wenn Moskau sich entscheide, den Gashahn für Deutschland und die Europäische Union zuzudrehen. „Wenn man Europa in seinem Kern, in Deutschland, in seiner industriellen Basis, schwächt, hilft das der Ukraine nicht“, sagte Golob.

Nord Stream 1
Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1, durch die seit 2011 russisches Erdgas nach Deutschland fließt, ist wegen Wartungsarbeiten für etwa zehn Tage abgeschaltet. © Jens Büttner/dpa

Es müssten „Lösungen innerhalb der EU gefunden werden, um der Gasknappheit zu begegnen“, erklärte Golob. Kanzler Scholz zeigte sich nach den Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten zuversichtlich, dass man „solidarische Lösungen in der EU finden werde“. Golob hatte zuvor betont, dass die kleinen EU-Länder wie Slowenien in der Gaskrise auf Hilfe angewiesen sein könnten. Kein Land könne alleine mit einer Energiekrise umgehen, Lösungen gebe es nur im EU-Verbund. (con)

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