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Die Proteste für mehr Klimaschutz im Rheinland gehen weiter.

Garzweiler

Garzweiler: Tausende Demonstranten bei Anti-Kohle-Protest

Klima-Protest zwischen friedlicher Menschenkette und illegalen Aktionen: Aktivisten schafften es, auf das Tagebaugelände vorzudringen.

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag am Tagebau Garzweiler im rheinischen Braunkohlerevier für eine Klimawende und einen schnelleren Ausstieg aus der Kohleverstromung demonstriert. Neben einem Fahrrad-Korso, einer 100 Meter langen Sitzblockade und einer Kundgebung in dem von Abbaggerung bedrohten Dorf Keyenberg gab es auch illegale Aktionen. So drangen Aktivisten des Bündnisses „Ende Gelände“ in den Bereich des Tagebaus ein. Zudem blockierten etwa 800 Aktivisten zwei Bahnstrecken, auf denen die im Tagebau geförderte Braunkohle zu Kraftwerken transportiert wird.

Wie eine Sprecherin der Aachener Polizei dem epd sagte, gelang es am Samstagnachmittag einer größeren Anzahl von Personen, die Polizeikette am Tagebau zu durchbrechen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Bei dem Vorfall wurde offenbar mindestens ein Aktivist verletzt, überdies erlitten sechs Polizisten Verletzungen. Die Polizei wollte ihr weiteres Vorgehen in Absprache mit dem Energiekonzern RWE abstimmen.

Abschlusskundgebung mit etwa 8.000 Teilnehmern

Nach Angaben eines Sprechers von „Ende Gelände“ sollten sich mehrere Hundert Aktivisten im Bereich des Tagesbaus aufhalten. Wie lange die Aktion andauern sollte, war zunächst unklar. Laut dem Sprecher waren Tausende Menschen dem Aufruf des Bündnisses gefolgt und hatten Aktionen rund um den Tagebau unterstützt.

Die Veranstalter sprachen von rund 7.000 Teilnehmern an einem Demonstrationszug von „Fridays for Future“, der von Hochneukirch nach Keyenberg führte. Zudem nahmen mehrere Hundert an einem Fahrrad-Korso teil, der von Erkelenz in die Ortschaft führte. Dort fand am Nachmittag die Abschlusskundgebung statt, zu der etwa 8.000 Protestierende kamen.

Die Teilnehmer bildeten eine symbolische Menschenkette zwischen dem Ort und dem nur etwa 100 Meter entfernten Tagebau. Keyenberg sei einer von sechs von der Abbaggerung betroffenen Orte in der Region, erklärte der Sprecher der Initiative „Alle Dörfer bleiben!“, Christopher Laumanns. Die Veranstaltung in dem Ort verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.

Derweil dauerte eine am Freitagabend begonnene Blockade der Bahnstrecke zum RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath in Grevenbroich an. Mehrere hundert Aktivisten hielten im Bereich Rommerskirchen weiterhin die Gleise besetzt, wie die Polizei bestätigte. Ziel der etwa 800 Demonstranten war laut „Ende Gelände“, die Kohlezufuhr zu Deutschlands größtem Kraftwerk Neurath zu stoppen.

Nach Angaben eines RWE-Sprechers wurde auch die Hambachbahn von Aktivisten blockiert, über die die Kraftwerke Niederaußem und Neurath mit Braunkohle versorgt werden. Dadurch sei der Betrieb der Kraftwerke zunächst nicht unmittelbar betroffen, sagte der Sprecher dem epd. Er wollte keine Prognose abgeben, wie lange das Unternehmen von seinen Reserven zehren kann.

Bereits am Freitag hatten sich bis zu 40.000 Menschen an einem ausgerufenen „Zentralstreik“ in Aachen beteiligt. Auch dort war es nach Polizeiangaben weitgehend friedlich geblieben. (epd)

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