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Israel

Ganz vorn sitzt Abbas

  • Inge Günther
    VonInge Günther
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Palästinenserführer Abbas bekommt einen Ehrenplatz bei der Trauerfeier für Schimon Peres.

Schimon Peres hätte seine eigene Trauerfeier gefallen. Posthum hat Israels früherer Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger, der am Mittwoch an den Folgen eines Schlaganfalls starb, den illustren Klub der jetzigen und ehemals Mächtigen dieser Welt noch einmal zusammengebracht. In fünfzig Sondermaschinen flogen sie zu seinem Staatsbegräbnis am Freitag in Jerusalem an, voran US-Präsident Barack Obama. Näher hatte es ein noch seltenerer Gast, der palästinensische Präsident Mahmud Abbas, der aus Ramallah kam, um Peres die letzte Ehre zu erweisen. Was diverse internationale Vermittler seit langem vergeblich versuchen, machte die Trauerfeier für Israels Elder Statesman möglich: eine Begegnung mit Handschlag zwischen Abbas und Benjamin Netanjahu.

„Lange nicht gesehen“, gaben Umstehende die Begrüßungsworte des Palästinenserführers wieder, dem auf Wunsch der Peres-Familie ein Platz in der ersten Reihe zugewiesen wurde. Er schätze sein Kommen auch im Namen des israelischen Volkes sehr, versicherte ihm der israelische Premier. Obama lobte später die Anwesenheit von Abbas als „Friedensgeste“. Ob sie den Weg zu einem israelisch-palästinensischen Spitzentreffen ebnen kann, bleibt aber abzuwarten.

Allerdings ließen sich weder Obama noch sein Amtsvorvorgänger Bill Clinton die Gelegenheit entgehen, das Thema Friedensprozess auf die Tagesordnung zu setzen. Peres‘ Bemühen darum sei „niemals naiv“ gewesen, betonte Obama und zitierte den Verstorbenen: „Das jüdische Volk ist nicht dazu bestimmt, über ein anderes Volk zu herrschen.“ Peres habe verstanden, dass Israels Sicherheit von einem Friedensschluss mit den Nachbarn abhänge, wenn also „die Palästinenser ihren eigenen Staat hätten“.

Auch Israels berühmter Schriftsteller Amos Oz erinnerte an Peres‘ unerfülltes Vermächtnis. „Es gibt keine andere Wahl, als dieses Haus in zwei Wohnungen zu teilen“ – eine israelische und eine palästinensische. Ähnlich hätte es Peres selbst ausgedrückt. Netanjahu, der ihn als „einen unserer größten Führer“ pries, kann damit leben. Trotz gegensätzlicher Meinungen seien er und Peres Freunde geworden. Doch sind in der linken Opposition Vorwürfe wie „Verräter“ nicht vergessen, denen Peres als Architekt der Osloer Friedensabkommen ausgesetzt war. Vertreter der Arbeitspartei, der Peres lange vorstand, kamen auf Betreiben der rechtsnationalen Kulturministerin Miri Regev nicht zu Wort.

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