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Erdogan lässt Führer von „Furkan Gemeinschaft“ verhaften

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Alparslan Kuytul, Führer der Furkan-Gemeinschaft, bei seiner Verhaftung
Alparslan Kuytul, Führer der Furkan-Gemeinschaft © Furkan Vakfi

Der Führer der sogenannten Furkan-Gemeinschaft, Alparslan Kuytul, wurde erneut verhaftet. Er hatte mehrfach Erdogan kritisiert und ihm seine Treue verweigert.

Adana - In der Türkei wurde der Gründer und Führer der Furkan-Gemeinschaft (Furkan Vakfi), Alparslan Kuytul, verhaftet. Zunächst wurde Kuytul in ein Gefängnis in seiner Heimatstadt Adana gebracht. Inzwischen wurde er allerdings in ein Gefängnis in Agri gebracht, erzählt sein Rechtsanwalt Bilal Ipek im Gespräch mit der FR.

Alparslan Kuytul weist Vorwurf der Entführung zurück

Grund für die Verhaftung sei die Entführung de Geschäftsmannes Koray Sarisacli, der im vergangene September rund zwei Wochen nicht mehr erreichbar war, so Ipek. Die Staatsanwaltschaft Adana wirft Kuytul vor, an der Entführung des Geschäftsmannes beteiligt gewesen zu sein. Kuytul und sein Verteidiger weisen die Vorwürfe zurück. „In seiner ersten Aussage hatte Sarisacli noch beteuert, dass er Opfer der türkischen Mafia geworden sei. Zwei Monate später aber widerruft der Geschäftsmann seine Aussage und behauptet, aus dem Umkreis des Predigers entführt zu sein,“ so Ipek.

Rechtsanwalt Bilal Ipek verteidigt Alparslan Kuytul, den Führer der Furkan Vakfi.
Rechtsanwalt Bilal Ipek (Verteidiger von Alparslan Kuytul) © Bilal Ipek/privat

Ipek geht davon aus, dass der türkische Geheimdienst MIT Druck auf Sarisacli gemacht hätten, damit er seinen Mandanten belastet. Kuytul kritisiert in seinen Reden immer wieder den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Kuytul wirft Erdogan Verbindungen zum sogenannten „Tiefen Staat“ vor. Kuytul kritisiert zudem immer wieder die Polizeigewalt, die Erdogan gegen seine Kritiker legitimiert habe.

Kuytul kritisiert Innenminister Süleyman Soylu

Kuytul kritisiert auch den zwielichtigen Innenminister Süleyman Solyu. „Solage Soylu im Amt ist, wird es in der Türkei keine Meinungsfreiheit geben. Die Menschen werden sich auch nicht sicher fühlen und auch nicht in Würde leben“. Soylu wird auch von türkischen Exil-Journalisten wie Cevheri Güven und Erk Acerer in Verbindung mit der organisierten Kriminalität gebracht.

Immer wieder Festnahmen von Anhängern der Furkan-Gemeinschaft

In der Vergangenheit war es immer wieder zu Festnahmen von Mitgliedern der Furkan-Gemeinschaft gekommen. Zuletzt wurde im vergangenen März eine Demonstration von Kuytul und seiner Anhänger in Adana brutal niedergeschlagen. In den sozialen Medien tauchten Bilder von Polizisten auf, die mit Schlagstöcken auf Demonstranten einschlagen und mit Gummigeschossen auf Menschenmengen schießen.

NRW-Innenministerium: „Rückkehr zu einer islamischen Zivilisation“

In der Deutschland wird die Furkan-Gemeinschaft für ihre islamistische Ausrichtung kritisiert. Das Innenministerium schreibt über Kuytul, dass sein zentrales Anliegen „die Rückkehr zu einer Islamischen Zivilisation“ sei. „Die Furkan-Gemeinschaft geht davon aus, dass die Demokratie die Rechte Gottes vereinnahme und die Teilhabe am politischen Prozess zu Kompromissen zwinge, die im Widerspruch zu Gottes Gesetzen stünden“, so das nordrhein-westfälische Innenministerium. (Erkan Pehlivan)

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