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Alte Autos, alte Helden: Nur die Erinnerung an die Idee der Castro-Brüder reicht heute nicht mehr.
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Alte Autos, alte Helden: Nur die Erinnerung an die Idee der Castro-Brüder reicht heute nicht mehr.

Kuba

Für Land und Leute

  • Klaus Ehringfeld
    VonKlaus Ehringfeld
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Kunstschaffende fordern von der Regierung mehr Anstrengung für ein besseres Leben.

Es waren für Kuba sehr ungewöhnliche Bilder. In der Altstadt von Havanna versuchte die Polizei Anfang des Monats, einen regimekritischen Künstler festzunehmen und in Handschellen abzuführen. Doch daraufhin gingen Anwohnerinnen und Anwohner auf die Straße und verhinderten die Festnahme. Anschließend sangen sie in der Öffentlichkeit das Lied „Patria y Vida“, „Heimat und Leben“, was seit kurzem so etwas wie die Protesthymne gegen die kommunistische Regierung ist. Zudem skandierten die Menschen Sprüche gegen Präsident Miguel Díaz-Canel.

Derartige Aktionen der Zivilcourage hat man in den vergangenen Jahren hin und wieder bei den bekannten Oppositionsgruppen gesehen, aber nicht spontan und aus der Bevölkerung heraus. Jetzt aber kommt es seit Monaten immer wieder zu sporadischen Demonstrationen gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Meist werden diese Proteste angeschoben durch Kunstschaffende, die das Regime mit Hungerstreiks, Performances und Musikvideos in die Enge treiben und bei den Kubanerinnen und Kubanern überraschend viel Zuspruch erfahren.

Es gärt auf der Insel, wozu auch die katastrophale Versorgungslage in den vergangenen Monaten, ausgelöst durch die Wirtschaftskrise, beiträgt. Es ist ein langsam, aber stetig wachsender sozialer Protest, der den Präsidenten und die neue Parteiführung vor ungekannte Herausforderungen stellt. Bisher reagierte die kommunistische Führung wie immer: mit Repression, Diskreditierung und Diffamierung der Protestierenden als „bezahlte Agenten des Imperialismus“.

Die neuen Regierungskritiker:innen sind unideologisch, jünger, kreativer und mutig. Und sie verfügen über ein Werkzeug, das es früher nicht gab: das Internet. Heute haben 60 Prozent der Menschen auf Kuba Zugang zum Netz. Dank der Regierung übrigens. Und nun kann die Bevölkerung in den sozialen Netzwerken erfahren, was ihnen die offiziellen Medien verschweigen: dass es viele Menschen gibt auf der Insel, die Veränderungen wollen.

Seitenhieb auf Castro-Slogan

Den größten Widerhall findet derzeit ein Video von kubanischen und US-kubanischen Musikern. „Gente de Zona“, Yotuel Romero und Descemer Bueno nahmen schon im Februar einen Rap auf, mit dem sie mehr Freiheiten auf der Insel fordern. Der Titel des Liedes „Patria y vida“ spielt bewusst mit der Revolutionslosung von Fidel Castro: „Patria o muerte“, Heimat oder Tod. In dem Lied, das mehr als 4,6 Millionen Mal angeschaut wurde, klagen die Sänger „Lügen und Doktrinen“ an und fordern Chancen „das aufzubauen, wovon wir träumen“.

Zunächst reagierte die Führung mit Diffamierung im staatlichen Fernsehen, ließ dann aber selbst ein Musikvideo aufnehmen, um das der kritischen Musiker zu kontern. Immerhin mal eine kreative und nicht repressive Idee.

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