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Moderna-Impfstoff
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22,8 Prozent der Menschen in Serbien haben bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. 

Coronavirus

Für einen Piks nach Serbien

  • VonThomas Roser
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Belgrad hat so viel Corona-Impfstoff bestellt, dass er auch für Menschen aus dem Ausland reicht.

Mit seiner eigenen Impfung hinkt Serbiens Vormann seinen Landsleuten etwas hinterher. Ohne Maske ließ sich der per Helikopter eingeflogene Präsident Aleksandar Vucic in dieser Woche im Blitzlichtgewitter im ostserbischen Dorf Rudna Glava den chinesischen Sinopharm-Impfstoff spritzen. Es sei „super“, geimpft zu sein, versicherte er, der zuvor seinen Impftermin wochenlang immer wieder verschoben hatte.

22,8 Prozent der Menschen in Serbien haben bislang mindestens eine Impfdosis erhalten. Nach Großbritannien, Ungarn und Malta weist der EU-Anwärter damit derzeit Europas vierthöchste Impfrate auf. Serbiens Überfluss an Vakzinen, aber auch das zuletzt merklich abgeflachte Impftempo im eigentlich eher impfskeptischen Land machen es möglich: Zehntausende vor allem aus den ex-jugoslawischen Nachbarländern angereiste Menschen haben sich in Serbien bereits impfen lassen.

Das „Gerede“ von Massenimpfungen von Ausländerinnen und Ausländern in Serbien sei eine „Desinformation“, hatte im Februar Staatssekretär Mirsad Djerlek noch versichert. Doch mittlerweile erreichen die serbischen Auslandskonsulate in ganz Europa zig Anfragen von Impfwilligen.

Digitale Terminvergabe

Um die erlahmende Impfbereitschaft der Menschen in Serbien zu erhöhen, richtet Belgrad derzeit im ganzen Land auch Impfzentren für Immunisierungen ohne Voranmeldung ein. Für Menschen aus dem Ausland sind Spontanimpfungen wie im März offiziell derzeit allerdings nicht mehr möglich. „Man kann nicht einfach ins Auto steigen und zur Impfung nach Serbien fahren“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums: „Man muss sich vorher registrieren lassen – und einen Termin erhalten.“

„eUprava“ nennt sich Serbiens beneidenswert effiziente Digitalverwaltung, über die sich auch Menschen aus dem Ausland als impfwillig registrieren lassen können – vorausgesetzt, sie haben serbische Sprachkenntnisse. Anders als zu Beginn der Massenimpfungen müssen sie mittlerweile nicht mehr über eine Aufenthaltsgenehmigung verfügen. Weiterhin nötig ist allerdings eine serbische Mobiltelefonnummer zur Registrierung. Zwar sind Prepaidkarten für wenige Dinar an jedem serbischen Kiosk zu erwerben. Doch ohne Hilfe von Bekannten im Land dürfte potenziellen Impfreisenden die Anmeldung eher schwerfallen.

Interessierte können Wünsche für Ort und Datum der Impfung angeben. Ob diese erfüllt werden, ist allerdings ungewiss. Neben dem chinesischen Sinopharm und russischen Sputnik V stehen offiziell auch die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna zur Auswahl. Moderna wird bisher allerdings nicht verabreicht. Zudem ist Biontech/Pfizer rar, aber auch Sputnik V keineswegs immer erhältlich. Ob man tage- oder wochenlang wartet, hängt von der Verfügbarkeit der gewünschten Impfstoffe ab. Wer schneller an die Nadel will, sollte den „egal was“-Kasten anklicken. Bisher haben Menschen aus dem Ausland meist Astrazeneca erhalten.

Die Bestätigung der Registrierung erfolgt sofort. Die Termine werden allerdings erst ein, zwei Tage zuvor bekanntgegeben. Bei Anreisen aus Westeuropa muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Kann der Impftermin nicht wahrgenommen werden, ist über „eUprava“ ein neuer erhältlich. Verspätet am Zielort eingetroffene Impfreisende müssen übrigens selten verzagen: Mit landesüblicher Balkan-Langmut wird ihnen meist trotzdem der ersehnte Impfstoff verabreicht.

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