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Vor CDU-Parteitag: Friedrich Merz warnt vor „Frustrierten von links“

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Von: Tim Vincent Dicke

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CDU-Politiker Friedrich Merz sorgt nach den Ausschreitungen in Washington mit einem Beitrag auf Twitter für Diskussionen. Er warnt dort vor „Frustrierten von links“.

Berlin/Washington D.C. – Entsetzt und geschockt reagierte die Welt auf die Bilder aus Washington, die am Mittwoch aus den USA zu sehen waren. Regierende weltweit bezogen Stellung zu den Ausschreitungen in Washington sowie die gewaltsame Stürmung des Kapitols durch radikale Unterstützer Donald Trumps. Bundesaußenminister Heiko Maas forderte beispielsweise: „Trump und seine Unterstützer sollten endlich die Entscheidung der amerikanischen Wähler*Innen akzeptieren und aufhören, die Demokratie mit Füßen zu treten.“ Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, sorgte hingegen mit einem umstrittenen Tweet für Aufsehen.

Nach Ausschreitungen in Washington: Friedrich Merz zeigt auf die „Frustrierten von links“
Nach Ausschreitungen in Washington: Friedrich Merz zeigt auf die „Frustrierten von links“. (Archivfoto) © Angelika Warmuth/dpa

Ausschreitungen in Washington: Friedrich Merz mit umstrittenem Beitrag auf Twitter

„Die geistigen Urheber von Exzessen wie in den USA sitzen längst in den Parlamenten, auch bei uns“, schrieb Friedrich Merz am Freitag (08.01.2021) auf dem Kurznachrichtendienst. In sozialen Medien tobe sich der Hass gegen alles aus, „was dem Weltbild der Frustrierten von links und rechts widerspricht. Dann folgen Gewalttaten im realen Leben.“

Nach Ausschreitungen in Washington – Friedrich Merz zeigt auf die „Frustrierten von links“
Nach Ausschreitungen in Washington – Friedrich Merz zeigt auf die „Frustrierten von links“ © Axel Heimken/dpa

Der Fingerzeig auf Akteur:innen des linken politischen Lagers sorgte bei vielen Nutzer:innen auf Twitter für Kopfschütteln. Zahlreiche Angreifer:innen in Washington waren Schusswaffen-Fans, QAnon-Anhänger, Neonazis und Rechtsextreme.

So zeigt ein Foto, welches innerhalb des Kongressgebäudes aufgenommen wurde, den bekannten Rechtsextremen Matthew Heimbach. Er wird auch als „Gesicht der neuen Generation weißer Nationalisten“ bezeichnet. Der 29-Jährige war einer der Organisatoren der rechtsextremen Demonstration in Charlottesville im August 2017, bei der eine Frau von einem Neonazi getötet wurde.

„Frustrierte von links“? CDU-Politiker widerspricht Friedrich Merz nach Ausschreitungen in Washington deutlich

„Frustrierte von links“, von denen Friedrich Merz sprach, waren dagegen keine zu sehen. Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz widersprach dem Kandidaten für den Parteivorsitz. „Die Gesellschaft sei gespalten. Man müsse beide Teile miteinander versöhnen. Diese Diagnose ist falsch. Rechtsextremisten treiben Keile, um den Zusammenhalt einer offenen, pluralistischen Gesellschaft zu zerstören. Diese Keil-Treiber müssen wir politisch bekämpfen“, schrieb der 74-Jährige.

Auch der WDR-Journalist Arnd Henze übte scharfe Kritik an Merz. „Lieber Friedrich Merz, habe ich etwas verpasst? Welche Linken haben denn Mittwoch das Capitol gestürmt oder sich während geistige Urheber davon betätigt?“, fragte er und fügte hinzu: Sachdienliche Hinweise nimmt das Bundesamt für Verfassungsschutz sicher gerne entgegen...“

Umstrittener Washington-Tweet: Wird Friedrich Merz neuer CDU-Vorsitzender?

Die Satire-Seite „Der Gazetteur“ antwortete auf den Kapitol-Tweet mit Ironie. „Gut, dass sie auch ‚links‘ erwähnen, denn wer erinnert sich nicht an die linken Terrorangriffe in Hanau und Halle oder den linksextremistischen Mord an Lübcke oder linksextremistische Netzwerke in Polizei und Militär die Todeslisten aufstellen und Munition horten“, so die Satiriker.

Ob der umstrittene Kandidat Friedrich Merz auf CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer folgt, wird am Samstag (16.1.2021) auf einem Digital-Parteitag entschieden. Neben dem wirtschaftsliberalen Merz stehen auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der ehemalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen zur Wahl. Spekuliert wird zudem, ob der CSU-Chef Markus Söder ins Rennen um die Kanzlerschaft geht. (Tim Vincent Dicke)

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