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CDU-Vorsitz

CDU-Parteitag: Armin Laschet gewinnt gegen „rachsüchtigen“ Friedrich Merz

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Kurz vor Beginn des CDU-Parteitags wurde scharfe Kritik an Friedrich Merz öffentlich. Am Samstag verlor der 65-Jährige schließlich gegen Konkurrent Armin Laschet.

  • Vor dem CDU-Parteitag veröffentlicht die US-Zeitung „Politico“ einen Artikel über Friedrich Merz. Dem CDU-Politiker wird Kritikunfähigkeit vorgeworfen.
  • Erst kürzlich verglich die Zeitung Friedrich Merz mit Donald Trump.
  • Merz verlor am Samstag den Kampf um den CDU-Vorsitz gegen Armin Laschet.

Update vom Samstag, 16.01.2021, 13.15 Uhr: Friedrich Merz hat den Kampf um den CDU-Vorsitz gegen Armin Laschet verloren. Laschet gewann am Samstagmittag im zweiten Wahlgang. Zuvor war es zu einem denkbar knappen Ergebnis zwischen Merz und Laschet gekommen. Mitbewerber Norbert Röttgen war bereits zuvor ausgeschieden.

Merz äußerte sich kurz nach seiner Niederlage auf dem CDU-Parteitag via Twitter: „Ich gratuliere dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet“, so der 65-Jährige. Nun komme es darauf an, dass „alle gemeinsam im Team arbeiten“, führte er weiter aus. Zum Abschluss schwor er die CDU bereits auf den kommenden Bundestagswahlkampf ein.

Unmittelbar vor Beginn des CDU-Parteitags am Freitagabend war Kritik an Merz laut geworden. Die US-Zeitung „Politico“ veröffentlichte einen Bericht mit der Überschrift: „Die Rache des Friedrich Merz“. Was damit gemeint war, lesen Sie in der Erstmeldung vom Freitag, 15.01.2021.

Friedrich Merz hat den Kampf um den CDU-Vorsitz gegen Armin Laschet verloren.

Erstmeldung vom Freitag, 15.01.2021, 17.30 Uhr: Frankfurt – Vor der richtungsweisenden Entscheidung über den CDU-Vorsitz hat die US-Zeitung „Politico“ zum Schlag gegen den Vorsitzkandidaten Friedrich Merz ausgeholt. „Die Rache des Friedrich Merz“, titelt die Zeitung eine umfassende Analyse über den Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Bereits im ersten Satz des Artikels wird deutlich, in welche Kerbe „Politico“ schlägt. Friedrich Merz höre Kritik nicht gerne. Es ist nicht der erste Seitenhieb seitens „Politico“ gegen Friedrich Merz. Erst im Dezember verglich die Zeitung Merz mit Donald Trump

Friedrich Merz: Klage als Antwort auf Kritik

„Politico“ führt im Folgenden verschiedene Taten seitens Friedrich Merz auf, die seine Kritikresistenz belegen sollen. Genannt wird unter anderem Merz‘ kurzes Einnicken im Bundestag im Jahr 2001, das in einer Kampagne des Senders „n-tv“ gezeigt wurde. Daraufhin schickte Merz „n-tv“ prompt eine Abmahnung und bewirkte dadurch eine Unterlassungserklärung. „Es ist doch niemandem zu verdenken, im Parlamentsalltag die Augen mal ein bisserl zu schließen“, sagte der damalige Chef Helmut Brandstätter über die „ein bisschen humorlose Reaktion“.

Auch der Streit und die versuchte Klage gegen den Linken-Politiker Fabio De Masi reiht sich in als Argument für die Kritiklosigkeit des Friedrich Merz ein. „Friedrich Merz auf einem Bierdeckel. 1997 votierte er gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung, wenn sie in der Ehe stattfindet. 2000 fordert er Rente ab 70, 2004 Abschaffung des Kündigungsschutzes und 2006 klagt er gegen die Veröffentlichung von Nebeneinkünften von Abgeordneten. Noch Fragen?“, schrieb De Masi auf Twitter. Merz geriet in Erklärungsnot und forderte De Masi mit einer Unterlassungserklärung auf, den Tweet zu löschen. Schließlich musste er seine Klage erfolglos zurückziehen. 

US-Zeitung „Politico“: Friedrich Merz wird mit Donald Trump verglichen

Und auch der hauseigene Trump-Vergleich ist Teil des Arsenals von „Politico“ gegen Friedrich Merz. Durch seine Anwälte wollte der CDU-Politiker den Artikel unterbinden lassen. Beachtenswert dabei sei, dass er nicht etwa wegen des Vergleichs seiner Rhetorik mit der Trumps klagte, sondern wegen „Politicos“ Behauptung, er habe es abgelehnt, zu Anfragen von „Politico“ Stellung zu nehmen. 

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Am Samstag (15.01.2021) sollen die 1001 Delegierten des CDU-Bundesparteitags digital den Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer bestimmen. Einen klaren Favoriten unter den Kandidaten - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und Ex-Minister Norbert Röttgen - gibt es nicht.

CDU-Parteitag: Kein klarer Favorit unter den Kandidaten

Laut Umfragen ist es keinem von ihnen gelungen, sich als Idealbesetzung für Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur zu empfehlen. Im neuen ZDF-„Politbarometer“ vom Freitag erklärten nur jeweils 29 Prozent der Befragten, sie hielten Merz oder Röttgen für kanzlertauglich. 28 Prozent sagte dies über Laschet.

Der CDU-Vorstand bekräftigte auf einer Sitzung am Donnerstagabend, dass die Parteispitze geschlossen hinter dem neuen Vorsitzenden stehen werde, wie Generalsekretär Paul Ziemiak sagte. Der Vorstand habe zudem der abtretenden Chefin Kramp-Karrenbauer „ganz herzlich für ihre Arbeit gedankt“. (Marvin Ziegele)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka

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