+
Foto von der Premiere: Bereits am 20. September gingen weltweit Hunderttausende Menschen wegen des Klimawandels auf die Straße.

Paket „eine politische Bankrotterklärung“

Fridays for Future: Klimaaktivisten legen Termin für neuen Streiktag fest - Kritik an Bundesregierung

Noch in diesem Jahr wird es einen weiteren Tag weltweiter Klimastreiks geben. Das legte die Bewegung Fridays For Future fest. Zudem erntet die Bundesregierung harsche Kritik.

München - Begleitet von harscher Kritik an den Klimaschutzplänen der Bundesregierung hat die Bewegung Fridays For Future zu einem neuen globalen Klimastreiktag am 29. November aufgerufen. Für den Termin am Freitag vor dem Beginn der Weltklimakonferenz in Chile hätten bereits Aktivisten aus mehr als hundert Städten Aktionen angekündigt, teilte das Bündnis am Freitag mit. Neben Streiks seien in Deutschland und weltweit auch "kreative Proteste" geplant.

In einem offenen Brief an die Bundesregierung und die Spitzen der großen Koalition kritisierte Fridays For Future die im September beschlossenen Eckpunkte zum Klimaschutz scharf. Das geplante Klimapaket sei "eine politische Bankrotterklärung", verdiene seinen Namen nicht und müsse "grundlegend" überarbeitet werden, erklärten die Aktivisten. Sie erinnerten zugleich an den jüngsten Massenprotest von 1,4 Millionen Demonstranten in Deutschland.

Klimaprotest vor dem Bundeskanzleramt: Demonstranten nehmen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Vize Olaf Scholz aufs Korn.

Klimaaktivisten werfen Bundesregierung „politischen Tiefschlaf“ vor

"Zwar behaupten Sie inzwischen, Fridays For Future hätte Sie aufgerüttelt, doch angesichts dieses lächerlichen Maßnahmenpakets befinden Sie sich offenbar weiterhin im politischen Tiefschlaf", schrieben die Aktivisten. "Mit dem Eckpunktepapier ignorieren Sie nicht nur den Wunsch hunderttausender junger Menschen nach einer lebenswerten Zukunft, sondern auch die Weckrufe aus der Wissenschaft und aus breiten Teilen der Bevölkerung."

Mit ihren Plänen ignoriere die Bundesregierung auch Deutschlands internationale Verpflichtungen. "Aufgrund historischer Emissionen geht es hierbei nicht nur um eine Vorreiterrolle, sondern auch um Klimagerechtigkeit - an der Möglichkeit, hier ein Zeichen zu setzen, sind Sie kläglich gescheitert", schrieben die Aktivisten an die Koalition. Fridays For Future sehe "die Handlungsfähigkeit Ihrer Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr gegeben".

Ein Jugendforscher sieht die Bewegung Fridays For Future am Scheideweg. Die Frage stellt sich, wie radikal der Klimaprotest wird. Derweil muss Kabarettist Dieter Nuhr viel Kritik einstecken, weil er in seiner „ARD“-Sendung Greta Thunberg und deren Ansichten veralbert. Es zeigt sich immer mehr, wie sehr die junge Schwedin polarisiert - auch Russlands Staatschef Wladimir Putin meldet sich in der Sache zu Wort

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion