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Unter dem Motto „Fridays For Future“ gehen jeden Freitag zahlreiche Schüler auf die Straßen und demonstrieren gegen den Klimawandel.

„Fridays for future“

Christian Lindner eckt mit Kritik an Schülerprotesten gegen Klimawandel an

Jeden Freitag demonstrieren Schüler gegen den Klimawandel. FDP-Chef Lindner findet, das Thema sei „eine Sache für Profis“ - und erntet Kritik.

Die Schüler-Demos gegen den Klimawandel spalten weiter die Politik: FDP-Chef Christian Lindner kritisierte Protestaktionen während der Unterrichtszeit und sprach den Schülern ausreichend Wissen beim Thema Klima ab. „Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“, sagte Lindner der „Bild am Sonntag“ und fügte hinzu: „Das ist eine Sache für Profis.“ Auch auf Lindners Twitter-Account konnte man diese Aussage nachlesen.

Lindner plädierte dafür, die Proteste in die Freizeit zu verlegen. In der Unterrichtszeit sollten Schüler sich „lieber über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren“.

SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch warf Lindner einen Rückfall „in die Steinzeit“ vor. Es sei keine zwei Jahre her, dass der FDP-Chef noch proklamiert habe, nicht Aktenkoffer, sondern Schulranzen würden die Welt verändern. „Wir erleben tagtäglich, dass die politisch Verantwortlichen weltweit noch zu wenig tun“, erklärte Miersch am Sonntag. Deshalb sei der Klima-Protest „richtig und notwendig“.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bekräftigte in der „BamS“, sie finde es gut, „dass diese angeblich so unpolitische Generation den Mund aufmacht und auf die Straße geht“. 

Die Klima-Expertin Barbara Praetorius, sie war auch eine der Vorsitzenden der Kohlekommission, verteidigt im FR-Interview die „Fridays-for-Future“-Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler.

Auch der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, unterstützt die Proteste. „Die protestierenden Schüler haben recht: Es ist dringend“, sagte er dem Blatt. Bis 2030 müsse die Klimawende geschafft werden, „sonst hat das Folgen für Jahrhunderte“.

Lindner bekommt Gegenwind auf Twitter

Auf Twitter bekommt Christian Lindner für seine Aussage ebenfalls ordentlich Gegenwind - sowohl von Politikern, als auch von anderen Twitter-Nutzern: „Ein altes Missverständnis rund um das Thema Kinder- und Jugendbeteiligung: Das Erfassen aller globalgalaktischen Zusammenhänge ist KEINE (!) Voraussetzung für demokratische Teilhabe (auch bei Erwachsenen nicht)“, twittert der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert und fügt hinzu: „Wir leben nicht in einer Aristokratie.“

Andere Twitter-Nutzer weisen Lindner beispielsweise darauf hin, dass die Schüler auf die Straße gehen würden, „gerade weil Politiker wie Sie nicht auf die Profis (Wissenschaftler) hören“ (@PdH_NRW). Wissenschaftler, die sich im Übrigen auch für den Streik der Schüler aussprechen, worauf ein Twitter-Nutzer hinweist:

Jeden Freitag versammeln sich derzeit in zahlreichen Städten unter dem Motto „Fridays for Future“ Schüler und Studenten während der Unterrichtszeit, um gegen ausbleibende Maßnahmen gegen den Klimawandel zu protestieren. Am kommenden Freitag sind internationale Schülerstreiks in mehr als 50 Ländern geplant. Die Demonstrationen sind zum Teil umstritten, da sie während der Schulzeit stattfinden.

So erklärte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) jüngst, sie lehne Schülerstreiks während der Unterrichtszeit ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Demonstrationen kürzlich als „sehr gute Initiative“.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) forderte die Schüler auf, ihre Klimaschutz-Proteste in die Freizeit zu verlegen. Dies würde der Sache, für die die Schüler demonstrieren, „sicherlich noch einmal eine ganz neue Durchschlagkraft verleihen und ihr ernsthaftes Engagement unterlegen“, sagte er der „Rheinischen Post“ von Samstag. Die Schüler wollten sich sicherlich nicht vorwerfen lassen, dass sie nur ihren Mathe-Stunden entkommen wollten.

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Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Schülerstreiks in der Unterrichtszeit. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die „BamS“ findet eine Mehrheit von 55 Prozent es richtig, dass die Schüler während der Schulzeit demonstrieren. 44 Prozent halten das für falsch. Gleichzeitig sagen 63 Prozent, dass Deutschland zu wenig tut, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Nur 22 Prozent finden, Deutschland tue genug. (afp/tab)

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