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Freies Hanf für freie Bürger

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Von: Steven Geyer

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Martin Lindner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, schnuppert an dem Joint, den ihm Moderator Stuckrad-Barre angeboten hat.
Martin Lindner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, schnuppert an dem Joint, den ihm Moderator Stuckrad-Barre angeboten hat. © dpa

Berlins FDP-Chef kifft im TV – und fordert Legalisierung

Wenigstens beim Drogenkonsum bleibt die FDP auch an der Seite der Union liberal: Nachdem Donnerstagnacht ihr Berliner Landeschef Martin Lindner im TV-Talk von Benjamin Stuckrad-Barre auf Tele 5 einen Joint fachmännisch prüfte und rauchte, ist die Öffentlichkeit berauscht von dem Auftritt.

„Kiffen im Fernsehen – darf man das?“, gruselte sich die Bild und protokolliert: „Lindner reagierte ganz cool, als ihm vom Moderator Marihuana angeboten wurde.“ Nach einem langen Zug habe er genickt: „Echt!“ Auf die Frage, wie es ihm gehe, befand er: „Saugut!“. Doch Lindner kann es genauso wenig wie seine bei vier Prozent dümpelnde Partei vertragen, ins Gerede zu kommen. Allerdings hatte auch Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki jüngst die Kritik des FDP-Generalsekretärs Patrick Döring an Nebeneinkünften mit dem Satz kommentiert: „Ich weiß nicht, was er geraucht hat.“

Ist Hasch also Droge der Wahl – ausgerechnet der FDP? Nein, schimpft die FDP-Kollegin und Bundes-Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans. Lindner habe ein falsches Signal gesendet: Marihuana sei „gesundheitlich eben nicht unbedenklich“, besonders für Jugendliche. Doch Lindner hält Alkohol für genauso gefährlich und würde den Konsum von„Marihuana bei uns so wie in Holland regeln: frei verkäuflich in Coffeeshops“.

Das fordern bereits Grüne und Linke und nun auch Mitglieder der FDP und insbesondere bei den Jungen Liberalen. Deren Chef Lasse Becker verlangte prompt eine offenere FDP-Drogenpolitik. Konsumenten weicher Drogen solle man nicht kriminalisieren. Lindners Selbstversuch werde ja beweisen, dass Marihuana keine Einstiegsdroge sei. „Wir machen uns jedenfalls keine Sorgen“, so Becker, „dass er jetzt auf die schiefe Bahn gerät.“

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