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Martin Kohlmann ist Vorsitzender der „Freien Sachsen“ und aktiv bei der Rechtsaußen-Gruppe Pro Chemnitz.
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Martin Kohlmann ist Vorsitzender der „Freien Sachsen“ und aktiv bei der Rechtsaußen-Gruppe Pro Chemnitz.

Extreme Rechte

„Corona-Schikane“: „Freie Sachsen“ suchen mit Denunzianten-Seite nach „Informanten“

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Im Kontext der Corona-Proteste fällt eine Gruppe besonders auf: die „Freien Sachsen“. Die haben nun eine Meldeplattform freigeschaltet.

Dresden/Frankfurt - „Freie Sachsen“ ist eine als „Bürgerbewegung“ gelabelte Gruppe, die sich aktuell nach außen gegen die Corona-Politik wendet und auf „Querfront“-Demonstrationen mehrfach in Erscheinung getreten ist. Auf ihrer Webseite stellt sie sich als „Zusammenschluss von Initiativen“ dar, der ein „Ideal von mehr Freiheit und Selbstverantwortung“ anstrebe, was nur in einem „unabhängigen Sachsen“ zu erreichen sei.

Die „Freien Sachsen“ sind nicht nur an Corona-Politik interessiert. „Wir Sachsen sind Deutsche – ebenso wie Nordschleswiger, Kärntner, Südtiroler und Elsässer Deutsche sind“, steht bereits am Anfang ihres Programms, entsprechend sind sie einem „Säxit“ nicht abgeneigt und fordern eine eigene sächsische Verfassung. Ebenso steht eine Anti-Geflüchteten-Politik auf der Agenda sowie ein erzreaktionäres Erziehungsmodell samt Abschaffung des „Schulzwangs in seiner bisherigen Form“.

„Freie Sachsen“: Ehemaliger Pro-Chemnitz-Politiker ist Vorsitzender

Am Beispiel der „Freien Sachsen“ wird einmal mehr deutlich, dass der Protest gegen Corona-Maßnahmen vielfach ein vorgeschobener sein dürfte, was hier insbesondere an den handelnden Personen deutlich wird. So fungiert deren Vorsitzender Martin Kohlmann, der unter Rechtsextremismus-Verdacht steht, für die Kleinpartei Pro Chemnitz als Chemnitzer Stadtrat. Er wird vom Verfassungsschutz Sachsen beobachtet und ist als „langjähriger Szeneaktivist aus rechtsextremistischen Zusammenhängen“ (Report Mainz) bekannt.

Weitere Köpfe der „Freien Sachsen“ sind der Chemnitzer Stadtrat Robert Andres und der erzgebirgische Kreisrat Stefan Hartung. Auch Andres ist bei Pro Chemnitz aktiv, Stefan Hartung hingegen soll langjähriges und politisch engagiertes NPD-Mitglied sein, wie bnr.de berichtet. Zu diesem Trio, das als extrem rechts eingestuft werden kann, passt ihre aktuelle Aktion: Auf sämtlichen Kanälen bewirbt die Gruppe einen „Hinweisgeber“, auf dem „Korruption, Amtsmissbrauch, Vetternwirtschaft“ gemeldet werden könnten, wie es heißt.

Meldeplattform der „Freien Sachsen“: „Informanten“ bezüglich „Corona-Schikane“ gesucht

In einem Kontaktformular sollen Menschen ihre „Erlebnisse in Ihrem Amt, Ihrer Polizeidienststelle, Ihrem Arbeitsplatz in der Staatskanzlei oder als Mitarbeiter eines Landtagsmitglieds (usw.)“ an die „Freien Sachsen“ weiterleiten. Den Meldenden, auf der Meldeplattform als „Informanten“ bezeichnet, wird von den „Freien Sachsen“ Anonymität und Professionalität garantiert.

Explizit wird auf „Corona-Schikanen“ verwiesen, also auf das Thema, bei dem die Gruppe in der sogenannten „Mitte“ der Gesellschaft zu punkten versucht. Entsprechend könnte die Seite als Aufforderung dahingehend gewertet werden, Politiker:innen, Polizist:innen, Staatsbedienstete zu denunzieren und potentiell einer öffentlichen Bedrohung auszusetzen.

Potenzielle Bedrohungslage durch Meldeplattform der „Freien Sachsen“?

Vielleicht könnte diese denunziatorische Meldeplattform ein Grund für die Sicherheitsbehörden sein, sich den „Freien Sachsen“ einmal in puncto potenzielle Bedrohungslage zu widmen. Auf Twitter zumindest erfährt die Gruppe bislang zumindest keine sichtbaren Einschränkungen. Anders übrigens als die „Rechercheplattform zur Identitären Bewegung“, deren Account wegen angeblichen „Twitter-Verstoßes“ gesperrt wurde. (Ktho)

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