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Der ehemalige US-Außenminister John Kerry im Gespräch mit Demonstranten in Washington.

Protest gegen Präsident Donald Trump

Frauenmarsch in Washington auf Rekordkurs

Nach dem Trump-Festival erleben die USA einen Tag der Proteste: Beim "Marsch der Frauen" in Washington strömen die Menschen heran, die Veranstalter rechnen mittlerweile mit mehr als 500.000 Teilnehmern.

In Washington sind am Samstag tausende Menschen zusammengekommen, um gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump zu protestieren. Nach Angaben der Veranstalter könnten mehr als eine halbe Million Menschen an der Demonstration gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump nach Washington kommen. Damit würde die Teilnehmerzahl des bisherigen Protestrekordes 1969 bei der Demo gegen den Vietnam-Krieg übertroffen.

Überraschungsauftritt von Madonna

Vor allem Frauen, von denen viele pinkfarbene Strickmützen mit Katzenohren trugen, versammelten sich im Zentrum der US-Hauptstadt, um an dem "Marsch der Frauen" gegen den seit Freitag amtierenden Rechtspopulisten teilzunehmen.

Auch Prominente sind beim "Marsch der Frauen" dabei: Pop-Diva Madonna erfreute die Teilnehmer mit einem Überraschungsauftritt. Sie trat am Samstag vor den Demonstranten auf die Bühne und hielt eine Rede, in der sie heftig über den neuen Präsidenten herzog. Sie rief die Frauen im Land auf, ihre Ablehnung deutlich zu machen, "dieses neue Zeitalter der Tyrannei zu akzeptieren".

When you give zero f*cks. And you're Madonna. #WomensMarch pic.twitter.com/HCgNrnuMvJ

— Relatable Quotes (@RelatableQuote)

21. Januar 2017

Alle Minderheiten im Land seien "in Gefahr", warnte Madonna. Dem müssten die Demonstranten eine "Revolution der Liebe" entgegensetzten. Nach ihrer Rede sang die Pop-Diva zwei Songs.

Unter anderen Hollywood-Star Scarlett Johansson und Regisseur Michael Moor traten ebenfalls auf. Unterstützt wird die Aktion von namhaften Künstlern, darunter die Sängerinnen Cher und Katy Perry.

"Schwestermärsche" weltweit

Nachdem am Freitag auf der National Mall in Washington noch hunderttausende Trump-Anhänger die Vereidigung des 70-Jährigen gefeiert hatten, dürfte sich die Promenade im Zentrum der US-Hauptstadt am Samstag in ein Meer aus Protestplakaten verwandeln. Die Bewegung "Women's March on Washington" hatte über soziale Netzwerke zur Teilnahme an Demonstrationen im ganzen Land aufgerufen. Bis zum Freitag bestätigten 225.000 Menschen ihre Teilnahme in der Hauptstadt.

In Washington strömten die Demonstranten am Morgen in die Stadt, die U-Bahnen waren völlig überfüllt. "Ich will unsere Rechte schützen", sagte die 72-jährige Trisha Norman, die aus North Carolina angereist war. Sie wolle zeigen, "dass die Menschen stark sein" könnten, wenn sie sich zusammenschließen. Viele Demonstrantinnen trugen Protestschilder mit Aufschriften wie "Nimm deine Finger von mir" oder "Steh auf, liebe, leiste Widerstand".

Um 11.00 Uhr (Ortszeit) zählten die Verkehrsbetriebe 275.000 U-Bahn-Fahrten - das Achtfache des sonst an Samstagen üblichen Betriebs. Am Freitag, dem Tag von Trumps Amtseinführung, waren es demnach zum selben Zeitpunkt 193.000 Fahrten.

In rund 300 weiteren US-Städten, darunter New York, Boston, Los Angeles und Seattle, waren "Schwestermärsche" geplant, und auch in 300 Städten im Ausland wollten Trump-Gegner auf die Straße gehen. Den Auftakt machten am Samstag Australien und Neuseeland, außerdem gab es Proteste in mehreren europäischen Städten.

Seit Jahrzehnten hat kein US-Präsident derart polarisiert wie der Immobilienmilliardär Trump. Bereits am Tag der Vereidigung Trumps war es in Washington und vielen anderen Städten der Welt zu Protesten gegen Trump und seine Politik gekommen. Allein in der US-Hauptstadt wurden

rund 200 Menschen festgenommen

. Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen, jedoch hatte die Polizei die Situation unter Kontrolle. (afp/dpa/rtr)

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