Frauam Steuer

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Mehrere Stunden streift das Ehepaar an jenem Tag im September 2011 über die IAA in Frankfurt. Immer untergehakt weicht Ursula Piëch keine Sekunde von der Seite ihres Mannes Ferdinand. So läuft das seit Jahren bei großen Automobilmessen. Später wird das Ehepaar Piëch noch in einer Hotelbar beim Diskutieren mit Auto-Managern gesichtet. Sie lacht viel und herzlich, ist wie immer bester Laune. Er bringt es bestenfalls zu einem zaghaften Lächeln. Insider rühmen denn auch ihre soziale Kompetenz, die das eher mürrische Wesen ihres Mannes zumindest ausgleicht.

Mehrere Stunden streift das Ehepaar an jenem Tag im September 2011 über die IAA in Frankfurt. Immer untergehakt weicht Ursula Piëch keine Sekunde von der Seite ihres Mannes Ferdinand. So läuft das seit Jahren bei großen Automobilmessen. Später wird das Ehepaar Piëch noch in einer Hotelbar beim Diskutieren mit Auto-Managern gesichtet. Sie lacht viel und herzlich, ist wie immer bester Laune. Er bringt es bestenfalls zu einem zaghaften Lächeln. Insider rühmen denn auch ihre soziale Kompetenz, die das eher mürrische Wesen ihres Mannes zumindest ausgleicht.

Das gemischte Doppel Piëch/Piëch dürfte künftig auch im VW-Aufsichtsrat auftreten. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Ferdinand Piëch am Donnerstag auf der VW-Hauptversammlung als Aufsichtsratschef wiedergewählt, zugleich rückt seine Frau Ursula in das Kontrollgremium. Die wichtigsten Anteilseigner von VW, der Familienclan Porsche/Piëch und das Land Niedersachsen, haben längst ihre Zustimmung signalisiert.

Die Karriere der Erzieherin, Jahrgang 1956, begann 1982 als Kindermädchen im Hause Piëch. Zwei Jahre später heiratet sie Ferdinand. Seither war sie bei ungezählt vielen Gesprächen mit Auto-Managern dabei, hat auch die schwierigen Zeiten in den 90er-Jahren bei VW miterlebt, als Jobs gestrichen wurden. Damals engagierte sie sich stark in der Wolfsburg AG, einem Gemeinschaftsunternehmen von VW und der Stadt Wolfsburg, das sich um Wirtschaftsförderung und neue Arbeitsplätze kümmert.

Über die Jahre baute der mächtigste Automobilmanager der Welt seine 19 Jahre jüngere Frau systematisch zur Nachfolgerin auf. Sie ist auch die Vize-Chefin der beiden Stiftungen, in die Piëch sein Vermögen übertragen hat. Und dass sie in der Nutzung von Motorfahrzeugen versiert ist, bestreitet niemand. Sie fährt unter anderem einen Audi?R8, einen Bentley und einen Ferrari.

Als ihre Nominierung bekannt wurde, gab es gleichwohl nicht nur Zustimmung. Ist es zeitgemäß für einen Weltkonzern, wenn er dynastisch von einer Familie regiert wird? Auch die Aktionärslobby DSW spricht von einem „höchst ungewöhnlichen Vorgang“. Allerdings handelt es sich keineswegs um eine einmalige Angelegenheit. Vorbilder für Ursula Piëch gibt es einige. Die prominentesten sind Friede Springer (Springer-Verlag) und Liz Mohn (Bertelsmann). Längst ist unbestritten, dass beide es geschafft haben, die Konzerne ihrer Gatten erfolgreich weiterzuführen.

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