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Französischer rechtsextremer Politiker stellt Waffenlieferungen an Ukraine infrage

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Von: Moritz Serif

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Florian Philipott hat eine kontroverse Forderung im Ukraine-Krieg erhoben.
Florian Philippot hat eine kontroverse Forderung im Ukraine-Krieg erhoben. © STEPHANE DE SAKUTIN/afp

Florian Philippot bezeichnet Waffenlieferungen an die Ukraine als „totalen Wahnsinn“. Angeblich habe die französische Armee zu wenige eigene Vorräte.

Paris – Ein rechtsextremer französischer Politiker hat die anhaltende Militärhilfe Frankreichs für die Ukraine inmitten der russischen Invasion kritisiert und dabei die Meinung seiner amerikanischen Kolleg:innen aufgegriffen. Florian Philippot wurde erstmals bekannt, als er an der ersten gescheiterten Präsidentschaftskampagne der rechtsextremen Marine Le Pen im Jahr 2012 mitarbeitete, berichtet Newsweek.

Seitdem war er stellvertretender Vorsitzender der rechtsextremen Partei Front National, die heute unter dem Namen Rassemblement National bekannt ist, und half bei der Gründung einer weiteren Partei, den Patrioten. Seit der Gründung von Les Patriots im Jahr 2017 ist es ihr jedoch nicht gelungen, in der französischen Regierung vertreten zu sein. Philippot war außerdem von 2014 bis 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments und vertrat dort den Osten Frankreichs.

Französischer rechtsextremer Politiker stellt Waffenlieferungen an Ukraine infrage

Auf Twitter teilte Philippot am Samstag (10. Dezember) einen Artikel, in dem über einen Versorgungsengpass des französischen Militärs berichtet wurde. Neben dem Artikel hinterfragte der Politiker, warum Frankreich weiterhin Militärgüter im Krieg an die Ukraine liefere und bezeichnete diese Praxis als „totalen Wahnsinn“. „Französische Armee: ‚Militärische Vorräte sind generell verschwunden...‘!“, twitterte er. „Aber wir schicken weiterhin Waffen und Munition an [den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr] Selenskyj! Lasst uns diesen totalen Wahnsinn stoppen!“, forderte er.

Auch Marie Le Pen schaltete sich ein. „Bei direkten Waffenlieferungen bin ich eher zurückhaltend. Warum eigentlich? Weil ... der Grat zwischen Hilfe und dem Eintritt in den Krieg schmal ist“, sagte Le Pen und äußerte sich besorgt über eine „Eskalation dieses Konflikts, die eine ganze Reihe von Ländern in ein militärisches Engagement verwickeln könnte“.

Kollegin Le Pen unterlag Macron 2022

Bei den Wahlen 2022 unterlag sie schließlich dem amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron. Rechtsextreme Politiker:innen in den USA haben sich ebenfalls gegen die Fortsetzung der Militärhilfe für die Ukraine ausgesprochen, vielleicht keiner mehr als die GOP-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene.

Die Politikerin aus Georgia hatte sich häufig gegen die Hilfe ausgesprochen und gesagt, dass die Mittel stattdessen für Anti-Einwanderungsinitiativen ausgegeben werden sollten. Zuletzt äußerte sie sich zu diesem Thema am Samstag auf einer Gala des New York Young Republican Club, wo sie betonte, dass sie nicht für die Entsendung eines „einzigen Penny“ an die Ukraine gestimmt habe. (mse)

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