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Frankreich-Wahl: Prognosen da – Macron-Bündnis verliert absolute Mehrheit

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Von: Max Schäfer

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Die Frankreich-Wahl wird mit Spannung erwartet. Macrons Rückhalt im Parlament ist in Gefahr. Die Prognosen und Hochrechnungen bestätigen den Trend.

Update vom Sonntag, 19. Juni, 22.10 Uhr: Seit 20 Uhr haben die Wahllokale der Frankreich-Wahl endgültig geschlossen und die Auszählung der Stimmen läuft. Das Bündnis rund um Präsident Macron verliert die Mehrheit im Parlament. Laut Prognosen und Hochrechnungen geht vor allem der rechtsextreme Rassemblement National als Sieger aus der Parlamentswahl hervor. Die Rechtsaußen feiern ihr historisch bestes Ergebnis. Eine Prognose der Frankreich-Wahl im Überblick:

Partei/BündnisPrognostizierte Sitze
Ensemble!234
NUPES141
Rassemblement National90
LR/ UDI/ Andere Rechte75
Andere Linke22
Andere Mitte4
Sonstige11
Quelle: Ipsos & Sopra Steria (Stand: 22.15 Uhr)

Frankreich-Wahl: Wann gibt es Prognosen und Hochrechnungen?

Erstmeldung: Paris – Am 19. Juni 2022 findet der zweite Wahlgang der Parlamentswahl in Frankreich statt. Über 60 Millionen Menschen können dabei entscheiden, wer sie in ihrem Wahlkreis in der Nationalversammlung vertritt. Insgesamt sind dabei 577 Sitze zu vergeben. Da die Mehrheit im Parlament entscheidet, wer Regierungschef:in wird und die Politik der Grand Nation bestimmt, ist die Abstimmung entscheidend. Die ersten Prognosen und Hochrechnungen werden dabei mit Spannung erwartet.

Parlamentswahl in Frankreich
Was wird gewählt?577 Abgeordnete der Nationalversammlung
Erster Wahlgang12. Juni 2022
Zweiter Wahlgang19. Juni 2022
Öffnungszeiten der Wahllokale8 bis 18 Uhr, in manchen Wahlkreisen auch 20 Uhr

Besonders Präsident Emmanuel Macron wird gespannt auf die ersten Prognosen und Hochrechnungen der Frankreich-Wahl warten. Für ihn entscheidet sich an den beiden Wahltagen, ob seine jüngst in Renaissance umbenannte Partei (früher La République en Marche) erneut die absolute Mehrheit gewinnt oder doch das linke Bündnis NUPES die Mehrheit im französischen Parlament stellt. Dann wäre Macron in seiner Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Der rechtsextreme Rassemblement National spielt im Rennen um die Mehrheit keine Rolle, könnte aber drittstärkste Kraft werden.

Frankreich-Wahl: Prognosen und Hochrechnungen am Abend der Wahl

Die Nationalversammlung als Unterhaus des französischen Parlaments wird nach einem Mehrheitswahlrecht gewählt. In 577 Wahlkreisen entscheiden die Menschen, wer sie in der Nationalversammlung vertritt. Die Sitzverteilung wird also nicht darüber bestimmt, wie viele Stimmen die Parteien landesweit erhalten, sondern wie viele Wahlkreise sie gewinnen.

Entscheidung der Parlamentswahl

Alle Entwicklungen und Ergebnisse zur zweiten und entscheidenden Runde der Parlamentswahl können Sie in unserem Live-Ticker zur Frankreich-Wahl verfolgen.

Bei der Frankreich-Wahl haben die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet, in einigen Orten auch bis 20 Uhr. Mit der Schließung der Wahllokale beginnt dort die Auszählung der Stimmen. Ab 20 Uhr werden daher die ersten Ergebnisse veröffentlicht und eine Hochrechnung der späteren Mehrheitsverhältnisse erstellt. Dann zeichnet sich also ab, wie viele Sitze die jeweiligen Parteien im Parlament erhalten.

Frankreich: Stichwahl entscheidet über das Ergebnis der Parlamentswahl

Da im ersten Wahlgang der Frankreich-Wahl am 12. Juni noch keine Entscheidungen über die Wahlkreisgewinner:innen gefallen sind, steht am Sonntag (19. Juni) die Stichwahl an. Um im ersten Wahlgang gewählt zu werden, hätten die Kandidierenden die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreichen müssen. Zudem musste die Stimmenzahl mindestens einem Viertel der registrierten Wahlberechtigten entsprechen.

Bei der Stichwahl um den Einzug in die französische Nationalversammlung darf antreten, wer im ersten Wahlgang mindestens 12,5 Prozent erhalten hat. Dabei ist gewählt, wer die meisten Stimmen im Wahlkreis erhält. Es ist also nicht mehr nötig, mehr als 50 Prozent der Wählenden von sich zu überzeugen.

Frankreich-Wahl: Wann steht das Ergebnis der Parlamentswahl fest?

Am 19. Juni ist klar, wer die Parlamentswahl in Frankreich gewinnt und welche Parteien in die Nationalversammlung einziehen. Emmanuel Macron, Jean-Luc Mélenchon, Marine Le Pen und Co. müssen sich nicht mehr lange gedulden, bis klar ist, wer die Mehrheit hat und wessen Bündnis die Regierung stellt.

Emmanuel und Brigitte Macron (links hinten) geben bei der Frankreich-Wahl ihre Stimme ab. Erste Prognosen und Hochrechnungen gibt es heute ab 20 Uhr.
Emmanuel und Brigitte Macron (links hinten) geben bei der Frankreich-Wahl ihre Stimme ab. Erste Prognosen und Hochrechnungen gibt es heute ab 20 Uhr. (Archivbild) © Michel Spingler

In Umfragen vor der Frankreich-Wahl hat Emmanuel Macrons Bündnis geführt. Ob jedoch die absolute Mehrheit verteidigt werden kann, ist angesichts des knappen Ausgangs der ersten Runde der Frankreich-Wahl unklar. (ms)

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