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Präsidentschaftswahl in Frankreich: Erste Hochrechnung im Überblick

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Von: Lukas Rogalla

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Die Frankreich-Wahl 2022 entscheidet über den nächsten Präsidenten – oder die Präsidentin. Wann gibt es heute die ersten Prognosen, Hochrechnungen und Ergebnisse?

+++ 21.20 Uhr: Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich gehen Amtsinhaber Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen in die Stichwahl. Macron lag je nach Hochrechnung zwischen drei und fünf Punkte vor Le Pen, wie die Wahlforschungsinstitute am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale bekannt gaben. Mehrere unterlegene Kandidaten riefen unmittelbar danach zur Wahl von Macron auf, „um den Rechtsextremismus zu stoppen“. Während Macron nach den Hochrechnungen auf 27 bis 29,7 Prozent der Stimmen kam, lag Le Pen bei 23,5 bis 24,7 Prozent. An dritter Stelle lag der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon, der sich zuletzt Hoffnungen auf die Stichwahl gemacht hatte, mit 19,8 und 20,8 Prozent der Stimmen.

Frankreich-Wahl 2022: Erste Hochrechnung da

+++ 20.12 Uhr: Amtsinhaber Emmanuel Macron und Marine Le Pen ziehen voraussichtlich in die Stichwahl am 24. April ein. Laut einer Hochrechnung für France 2 würde Macron auf 28,1 Prozent, Le Pen auf 23,3 Prozent der Stimmen kommen.

Kandidat/KandidatinProzent der Stimmen
Emmanuel Macron28,1
Marine Le Pen23,3
Jean-Luc Mélenchon20,1
Éric Zemmour7,2
Valérie Pécresse5,0
Yannick Jadot4,4
Jean Lassalle3,3
Fabien Roussel2,7
Nicolas Dupont-Aignan2,3
Anne Hidalgo2,1
Nathalie Arthaud0,8
Philippe Outou0,6
Quelle: IPSOS / SOPRA STERIA

Frankreich-Wahl 2022: Wann es heute Prognosen, Hochrechnungen und Ergebnisse gibt

Update vom Sonntag, 10.04.2022, 19.30 Uhr: In einer halben Stunde haben die letzten Wahllokale geschlossen. Dass sich Präsident Emmanuel Macron und Marine Le Pen als stärkste Kandidaten durchsetzen und in die Stichwahl einziehen, gilt als wahrscheinlich. Es wäre eine Wiederholung von 2017, als Macron in beiden Wahlgängen gewann. Alle Entwicklungen und Ergebnisse finden Sie in unserem News-Ticker zur Frankreich-Wahl 2022.

Erstmeldung vom Dienstag, 05.04.2022, 17.11 Uhr: Paris – Am Sonntag, 10. April, beginnt die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022. Bei dieser entscheidet sich gemäß Artikel sieben der Verfassung, wer in den nächsten fünf Jahren Präsident oder Präsidentin, und somit das französische Staatsoberhaupt, sein wird.

Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022Termine
Erster WahlgangSonntag, 10. April 2022
Mögliche StichwahlSonntag, 24. April 2022
Öffnungszeiten der Wahllokale8 Uhr bis 19 Uhr/20 Uhr

Als Favorit geht Emmanuel Macron ins Rennen. Der 44-jährige Liberale rechnet damit, im Mai seine zweite Amtszeit anzutreten. Im Vorfeld der Wahl konnte der Amtsinhaber seinen Vorsprung in den Umfragen zunächst ausbauen. Ein Grund dafür ist die Vermittlerrolle, die er im Ukraine-Krieg einnimmt. Hinter Macron ist, wie schon vor fünf Jahren, die Rechtspopulistin Marine Le Pen. In den letzten Tagen vor der Frankreich-Wahl konnte Le Pen den Abstand zu Macron wieder verkleinern und es spannend machen.

Weitere Kandidatinnen und Kandidaten sind unter anderem die Konservative Valérie Pécresse, der Linke Jean-Luc Mélenchon, die Sozialdemokratin Anne Hidalgo und der rechtsextreme Éric Zemmour. Zwölf Kandidatinnen und Kandidaten treten im ersten Wahlgang am 10. April insgesamt an.

Frankreich-Wahl 2022: Prognosen und Hochrechnungen am Abend nach der Wahl

Die Wahllokale in Frankreich haben von 8 bis 19 Uhr geöffnet, in einigen Orten auch bis 20 Uhr. Zahlen zum Ausgang der Präsidentschaftswahl wird es also nicht vor Sonntagabend geben. Aufgrund der Zeitverschiebung wählen die Wahlberechtigten in den französischen Überseegebieten bereits am Vortag. Eine erste Prognose zur Präsidentschaftswahl wird erfahrungsgemäß um 20 Uhr veröffentlicht. Sie basiert auf sogenannten Exit Polls, also Umfragen am Wahltag. Kurz nach Beginn der Auszählung folgen Hochrechnungen, die ein genaueres Bild vermitteln sollen. Im Laufe des Abends und der Nacht wird die Datenlage mit der Auszählung immer aussagekräftiger. Ein Ergebnis soll dann am Morgen nach der Frankreich-Wahl bekanntgegeben werden.

Doch steht ein Ergebnis fest, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass auch die Präsidentin oder der Präsident gewählt ist. Um die Wahl zu gewinnen, wird eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang benötigt. Aufgrund der vielen Kandidatinnen und Kandidaten ist es jedoch äußerst schwierig, diese auch zu erreichen. Daher gilt eine Stichwahl mit den zwei stärksten Kandidatinnen oder Kandidaten zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang als sicher. Das Prozedere beim zweiten Wahlgang ist das gleiche wie beim ersten. Am Ende gewinnt, wer die meisten Stimmen hat. Wer die nächsten fünf Jahre Präsidentin oder Präsident von Frankreich ist, wird also voraussichtlich am Morgen des 25. April feststehen. Alles deutet kurz vor dem ersten Wahlgang auf eine Stichwahl zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen hin – und damit eine Wiederholung der Präsidentschaftswahl 2017.

Frankreich-Wahl 2022: Wann erste Ergebnisse kommen

Ergebnisse des ersten Wahlgangs werden voraussichtlich am Morgen nach der Frankreich-Wahl feststehen. Das Ergebnis wird bis zum 14. April vom sogenannten Verfassungsrat („Conseil constitutionnel“) zertifiziert. Dann werden auch die zwei Namen für die Stichwahl am 24. April offiziell bekanntgegeben. Die französischen Medien müssen die Kandidatinnen oder Kandidaten im Vorfeld der Wahl gleich viel Sendezeit einräumen. Zwei Tage im Voraus beginnt das sogenannte Schweigen vor der Wahl, das 44 Stunden andauert. Bis alle Wahllokale geschlossen sind, darf sich keine Kandidatin und kein Kandidat mehr öffentlich zur Wahl äußern. Auch Umfragewerte dürfen nicht veröffentlicht werden.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, bei einer Wahlkampfveranstaltung vor der Frankreich-Wahl 2022.
Präsident Emmanuel Macron hofft auf eine zweite Amtszeit nach der Frankreich-Wahl 2022. Erste Prognosen und Hochrechnungen werden am Wahlabend erwartet, ein Ergebnis am Morgen darauf. © Thomas Coex/AFP

Der Verfassungsrat beglaubigt das Ergebnis der Stichwahl spätestens am 28. April – der Sieger oder die Siegerin wird offiziell zum Präsidenten oder zur Präsidentin ernannt. Eine mögliche Machtübergabe nach der Frankreich-Wahl würde bis zum 13. Mai 2022 erfolgen müssen, dem letzten Tag der fünfjährigen Amtszeit von Emmanuel Macron.

Mit den Wahlen wird es in Frankreich in diesem Jahr aber noch nicht vorbei sein. In zwei Wahlgängen wählen die Französinnen und Franzosen am 12. und 19. Juni die 577 Abgeordneten der Nationalversammlung – das Unterhaus des Parlaments. (lrg)

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