1. Startseite
  2. Politik

Wahl in Frankreich: Nichts zu hören von Macron und Le Pen

Erstellt:

Von: Nadja Austel

Kommentare

Am 10. April findet die Präsidentschaftswahl in Frankreich statt. Was sagen die Umfragen und Prognosen?
Am 10. April findet die Präsidentschaftswahl in Frankreich statt. Was sagen die Umfragen und Prognosen? © Francois Mori/picture alliance/dpa/AP

In Frankreich wird es am Tag vor der Wahl ruhig: Macron, Le Pen und Co. müssen sich heute zurückhalten. Auch Umfragen sind nicht mehr erlaubt.

Paris – Seit 0.00 Uhr in der Nacht herrscht in Frankreich absolute politische Funkstille. Am Tag vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag, dem 10. April 2022, sind weder Wahlkampfauftritte, noch Interviews oder Umfragen gestattet. Nach den letzten Umfragen liegen Amtsinhaber Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen vorn. Meinungsforscher rechnen mit einem erheblich knapperen Ergebnis als bei der vorigen Wahl, in der die beiden Spitzenkandidat:innen ebenfalls in die Stichwahl gekommen waren.

Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich benötigt das künftige Staatsoberhaupt im Nachbarland am 10. April die absolute Mehrheit, um direkt ins Amt gewählt zu werden. Dafür müsste eine oder einer der Kandidat:innen mehr als 50 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang erhalten, was bisher niemandem gelang. Holt im ersten Wahlgang niemand eine absolute Mehrheit, folgt ein zweiter Wahlgang. Bei der Stichwahl, am 24. April, nehmen nur die beiden Kandidat:innen mit den meisten Stimmen teil.

Wahl in Frankreich 2022: Macron verzichtete auf einen längeren Wahlkampf

Laut dem Umfrageinstitut Ipsos ist die Wählerschaft allerdings erschöpft von der Pandemie und sorgt sich wegen der Folgen des Ukraine-Krieges. Die Menschen dächten eher an den Benzinpreis als an die Frage, wer ihr Land in den nächsten fünf Jahren lenken sollte, so das Institut. Alle Demoskopie-Institute erwarten daher einen Rekord der Stimmenthaltung.

Die insgesamt acht Kandidaten und vier Kandidatinnen haben einen ungewöhnlichen Wahlkampf hinter sich. Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg überschattete innenpolitische Themen. Macron hatte seine Kandidatur erst verhältnismäßig spät bekannt gegeben und nur einen einzigen großen Wahlkampftauftritt absolviert. Er lehnte es zudem ab, sich den anderen Kandidaten in einer Debatte zu stellen. Es gebe derzeit Wichtigeres zu tun.

Wahl in Frankreich 2022: Marine Le Pen und ihre Konkurrenz

Le Pen hatte sich im Vergleich zu ihren Auftritten im Jahr 2017 gemäßigter gezeigt, obwohl sie in ihrem Programm dieselben Positionen vertritt. Die Rechtspopulistin hatte unerwartet Konkurrenz durch den rechtsextremen Publizisten Éric Zemmour bekommen, der ihr Stimmen abgezogen hat. Diese könnten ihr in der Stichwahl allerdings wieder zufließen.

Die beiden Kandidatinnen der ehemaligen rechten und linken Volksparteien, Valérie Pécresse und Anne Hidalgo, könnten jeweils das schlechteste Ergebnis in der Parteigeschichte einfahren. Ungewöhnlich hoch ist nach Einschätzung der Meinungsforscher auch der Anteil der bis immer noch unentschlossenen Wähler.

Acht Meinungsforschungsinstitute haben sich verpflichtet, keine Nachwahlbefragungen durchzuführen. Die politische Funkstille in Frankreich ist bis zur Schließung der letzten Wahllokale um 20.00 Uhr am Sonntag vorgeschrieben. Die Wahllokale öffnen ihre Türen um 8.00 Uhr und schließen in weiten Landesteilen um 19.00 Uhr. In einigen Großstädten kann noch bis 20.00 Uhr gewählt werden. Durch die Zeitverschiebung beginnt die Wahl in Überseegebieten teilweise bereits am Samstag (09.04.2022). (na/afp)

Auch interessant

Kommentare