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Macron will bei Wahlkampfveranstaltung punkten - Abstand zu Marine Le Pen verringert sich

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Von: Katja Thorwarth

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Emmanuel Macron spricht vor seinen Anhängern vor der Wahl in Frankreich.
Emmanuel Macron spricht vor seinen Anhängern vor der Wahl in Frankreich. © Thomas Coex/dpa/afp

Vor der Wahl in Frankreich erhebt eine Studie Politikverdrossenheit. Präsident Macron schwört seine Anhänger bei einer einzigen Wahlkampfveranstaltung ein.

Update vom Sonntag, 03.04.2022, 11.15 Uhr: Mit einer Inszenierung wie bei einem Sport-Ereignis hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner einzigen großen Wahlkampfveranstaltung seine Anhänger mobilisiert. „Wir sind hier, um zu überzeugen (...), für unser Zukunftsprojekt für Frankreich und Europa“, rief Macron, bei dessen Einzug in die Paris La Défense Arena riesige Wunderkerzen brannten und sich zahlreiche Regierungsmitglieder an einer La-Ola-Welle beteiligten.

In den Umfragen liegt Macron seit Wochen stabil vorn. Die zusätzlichen Punkte, die er zu Beginn des Ukraine-Kriegs gewonnen hatte, hat er inzwischen jedoch wieder verloren. Der Abstand zu seiner wahrscheinlichen Herausforderin in der Stichwahl, der Rechtspopulistin Marine Le Pen, verringerte sich wieder. Gewählt wird am 10. und 24. April. 

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Macron schwört Anhänger bei Wahlkampfveranstaltung ein

Update vom Samstag, 02.04.2022, 17.20 Uhr: Mit einer Inszenierung wie bei einem Sport-Ereignis hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seiner einzigen großen Wahlkampfveranstaltung seine Anhänger mobilisiert. „Wir sind hier, um zu überzeugen (...), für unser Zukunftsprojekt für Frankreich und Europa“, rief Macron. Bei seinem Einzug in die Paris La Défense Arena brannten riesige Wunderkerzen, zahlreiche Regierungsmitglieder beteiligten sich an einer La-Ola-Welle.

Macron kündigte unter anderem eine steuerfreie Prämie von bis zu 6000 Euro für Arbeitnehmer an. Die Mindestrente solle 1100 Euro betragen. Es werde ein einklagbares Recht auf Kinderbetreuung geben, betonte Macron. Alte Menschen sollen unterstützt werden, damit sie länger in der eigenen Wohnung bleiben können. „Der Kampf gegen Mobbing von Kindern muss verstärkt werden“, sagte Macron. Grundschulkinder sollten künftig eine halbe Stunde Sport am Tag machen.  

Das Publikum schwenkte französische und Europa-Flaggen und skandierte „Macron Präsident“. In den Umfragen liegt Macron seit Wochen stabil vorn. Die zusätzlichen Punkte, die er zu Beginn des Ukraine-Kriegs gewonnen hatte, hat er inzwischen jedoch wieder verloren. Der Abstand zu seiner wahrscheinlichen Herausforderin in der Stichwahl, der Rechtspopulistin Marine Le Pen, verringerte sich wieder. Gewählt wird am 10. und 24. April.

Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich will Macron wiedergewählt werden

Erstmeldung vom Samstag, 02.04.2022, 14.30 Uhr: Paris - Vor dem Start der französischen Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 am 10. April wird Amtsinhaber Emmanuel Macron an diesem Samstag (14.30 Uhr) zu seinem einzigen großen Auftritt vor der ersten Runde erwartet. Eine Halle für 40.000 Menschen in Nanterre vor den Toren der Hauptstadt Paris ist zu diesem Zweck angemietet worden. Macron kandidiert für eine zweite Amtszeit und liegt in den Umfragen klar vorne.

Wegen seiner diplomatischen Bemühungen im Ukraine-Krieg ist er spät und zeitlich eingeschränkt in den französischen Wahlkampf eingestiegen. Daher ist für ihn umso wichtiger, bei seinem einzigen großen Auftritt zu punkten und die vielen politikmüden Wähler:innen in Frankreich von sich zu überzeugen.

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Studie sieht Wahlmüdigkeit - Kandidat:innen „ungeeignet“

Das dürfte für Macron kein leichtes Unterfangen sein, denn kurz vor der Wahl sieht eine Studie das Land in einer politischen Krise. Vier Fünftel der Wähler:innen haben kein Vertrauen mehr in die politischen Parteien und rund 40 Prozent fühlen sich keiner Strömung mehr verbunden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Denkfabrik Fondapol. Demnach wollen 35 Prozent möglicherweise einen leeren Stimmzettel abgeben und 26 Prozent gar nicht zur Wahl gehen. Gründe für die Enthaltung sind, dass die Kandidat:innen für ungeeignet gehalten werden, man ungeachtet des Wahlausgangs dieselbe Politik erwartet oder dass man gegen das aktuelle System protestieren möchte.

Die Bereitschaft zur Wahl eines radikalen Kandidat:innenen hat nach der Studie den höchsten Wert seit der ersten Direktwahl des Präsidenten 1965 erreicht. 46 Prozent wollen eine Bewerber:in des extrem rechten oder extrem linken Lagers wählen. Noch ausgeprägter ist dieser Trend bei den Jungwählern: 54 Prozent der 18- bis 24-Jährigen wollen einem Radikalen ihre Stimme geben. Zugleich gibt es bei Jungwählern nach der Studie überdurchschnittlich viel Rückhalt für Protestbewegungen wie die „Gelbwesten“ oder Corona-Impfgegner:innen.

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Radikale Kandidat:innen in Umfragen stark

Parallel dazu wird ein Rechtsruck in der Wählerschaft beobachtet. 46 Prozent wollen einen extrem rechten oder einen konservativ-rechten Kandidaten wählen. Im Falle einer Stichwahl zwischen Präsident Emmanuel Macron, der sich für eine zweite Amtszeit bewirbt, sowie seiner rechtsradikalen Hauptherausforderin Marine Le Pen, sind sich 31 Prozent der Befragten sicher oder sehr sicher, dass sie für Le Pen stimmen werden.

Unabhängig davon wird die Arbeit von Präsident Macron nach der Corona-Krise und seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs positiv bewertet. Von Januar 2020 bis März 2022 ist der Anteil der Menschen, die ihm gute Noten geben, von 29 Prozent auf 45 Prozent gestiegen. (ktho/afp/dpa)
 

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