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Präsidentschaftswahl in Frankreich: Le Pen liegt vor rechtsextremem Konkurrenten Zemmour

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Von: Tanja Koch

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Marine Le Pen bei einem Wahlkampfauftritt Anfang Februar.
Marine Le Pen bei einem Wahlkampfauftritt Anfang Februar. © Michel Euler/dpa

Offenbar hat die französische Präsidentschaftswahlkandidatin Marine Le Pen Erfolg damit, im Wahlkampf schon früh auf die steigenden Energiepreise gesetzt zu haben.

Paris – Nach Informationen von Frankreichs* Wirtschaftsminister ist die derzeitige Energiekrise im Land ähnlich gravierend wie die Ölkrise vor knapp 50 Jahren. „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass diese Energiekrise (...) in Intensität und Brutalität mit dem Ölschock von 1973 vergleichbar ist“, sagte Bruno Le Maire in Paris. 

Die Folgen der aktuellen Krise, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg*, sehe man im Alltag. Die Preise für Benzin und Diesel seien für viele Bürger untragbar. Kraftstoff kostet derzeit durchschnittlich mehr als 2 Euro pro Liter. Die Inflation ist so hoch wie zuletzt 2008. Angesichts dessen, dass der Ukraine-Konflikt* weiter geht und immer neue Sanktionen gegen Russland* verhängt werden, dürfte sich die Situation in der französischen Wirtschaft noch verschärfen.

Wahl in Frankreich: Le Pen und Zemmour kämpfen um Platz in der Stichwahl gegen Macron

Wenig überraschend also, dass die rechte Kandidatin für das Präsidentenamt Marine Le Pen* mit ihrem Wahlkampf zu steigenden Energiepreisen erfolgreich ist, wie Politico berichtet.

Der Umfrage des Mediums zufolge würde Marine Le Pen derzeit 17 Prozent der Stimmen erhalten, verglichen mit 12 Prozent für den rechtsextremen Kandidaten Éric Zemmour. Emmanuel Macron* liegt derzeit mit 30 Prozent der Stimmen weit vorn. 

Da im Normalfall keiner der Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich* die absolute Mehrheit erreicht, erfolgt laut der Landeszentrale für politische Bildung BW zwei Wochen nach der Wahl am 10. April eine Stichwahl. Sowohl Marine Le Pen als auch Éric Zemmour kämpfen deshalb um den zweiten Platz nach Macron.

Wahl in Frankreich: Auch Zemmour wirbt nun mit Verbraucherthemen um Stimmen

Auf einer Wahlkampfveranstaltung erinnerte Le Pen kürzlich daran, dass sie bereits seit September für finanzielle Entlastung der Verbraucher kämpft. „Ich bin davon besessen, das französische Volk zu schützen“, zitiert Politico ihre Aussage in einer Sendung des französischen Fernsehsenders TF1. „Ich möchte nicht, dass Sie Ihre Arbeit verlieren, dass Sie Ihre Häuser nicht heizen können, nicht genug zu essen haben oder Ihre Autos nicht benutzen können.“

Präsidentschaftswahl in Frankreich: KandidatenUmfragewerte
Emmanuel Macron30 Prozent
Marine Le Pen18 Prozent
Éric Zemmour12 Prozent

Le Pen fordert die Senkung der Mehrwertsteuer auf Treibstoff, Gas und Strom von 20 auf 5,5 Prozent sowie Steuererleichterungen für Arbeitgeber, die Gehaltserhöhungen gewähren. Auch die Einwanderung und Sozialleistungen für Ausländer zu beschränken, sind Ziele in ihrem Wahlprogramm. Doch zuletzt bemühte sich Le Pen um einen gemäßigten Anstrich*.

Le Pens rechtsextremer Konkurrent, Éric Zemmour*, erreichte aus dem Stand hohe Umfragewerte und hat nun inhaltlich nachgelegt. Nachdem er immer wieder mit radikalen Äußerungen für Aufruhr gesorgt und gar wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, wirbt er jetzt ebenfalls um Stimmen, indem er Vorschläge macht, wie französische Verbraucher finanziell entlastet werden können. Er verspricht, im Falle seiner Wahl zum Präsidenten den Benzinpreis auf 1,80 Euro pro Liter zu begrenzen und Krankenpflegern eine Lohnerhöhung von 10 Prozent zu gewähren. (tk mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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