1. Startseite
  2. Politik

Werner-Holzer-Preis an Christoph Reuter: „Er genießt in den Ländern größten Respekt“

Erstellt:

Von: Martin Benninghoff

Kommentare

Verleihung  Werner Holzer Preis
Preisträger Christoph Reuter. © Monika Müller

Die „Auslandsjournal“-Journalistin Antje Pieper ehrt in der Laudatio den langjährigen „Spiegel“-Auslandsreporter Christoph Reuter, Preisträger des Werner-Holzer-Preises.

Herr Reuter, Sie waren auch da, als Ende Februar und im März die russischen Truppen auf Kiew zufuhren. Sie wussten nicht, ob Sie noch reinkommen in die Ukraine, Sie wussten nicht, ob Sie nochmal herauskommen. (Zum Publikum gewandt, Anm. d. Red.): Er war auch da, als im April die russische Armee eine Rakete Zivilistinnen und Zivilisten traf, die auf ihre Rettung warteten. 35 Menschen starben, mehr als 100 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. [...]

Sie haben das verglichen mit Ihren Erfahrungen in anderen Ländern,mit Selbstmordattentätern im Irak, den Fassbomben in Syrien, und Sie kommen zum Schluss, ich zitiere: „Aber so etwas, dass eine europäische Regierung eine Rakete mit Splitter-Gefechtskopf in einen Bahnhof voller wartender Zivilisten feuert, so etwas hätte ich mir nicht vorstellen können.“ [...]

Ich zitiere Özlem Topçu; „Es gibt wohl kaum einen Auslandsreporter, der sich so tief mit einer Region beschäftigt hat wie Christoph Reuter.“ Er war immer da und blieb, als alle anderen schon wieder weg war, ob in Syrien oder Afghanistan. Er kam immer wieder. Nicht nur repetierend, sondern mit der scharfen Analyse der politischen Entwicklungen, wo viele andere längst den Überblick verloren haben.“ [...]

Zur Person

Christoph Reuter , geboren 1968, ist Reporter im Auslandsressort des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Seit Jahrzehnten berichtet er aus den Krisenregionen vor allem der islamischen Welt – seit 2011 verstärkt über das Bürgerkriegsland Syrien. Reuter, Autor mehrerer Sachbücher, hat Islamwissenschaften studiert und spricht fließend Arabisch. mben

Die Journalistin Natalie Amiri hat über ihn gesagt: „Er berichtet nicht aus einer eurozentrischen Sicht heraus. Seine Berichterstattung sorgt in den Ländern für ein sehr positves Echo. Er genießt dort größten Respekt.“ Sie verstehen es, mir die Menschen nahezubringen und gleichzeitig die Hintergründe zu analysieren.

Aufgezeichnet von Martin Benninghoff

Werner Holzer Preis

Ausgezeichneten Auslandsjournalismus prämiert die Karl-Gerold-Stiftung zusammen mit der FR. Eine Jury zeichnet einmal im Jahr mindestens eine Persönlichkeit aus.

Zum ersten Mal wurde der Preis im Jahr 2022 im Kaisersaal im Römer vergeben. Neben Katrin Eigendorf (ZDF) wurden Andrea Böhm (Die Zeit) und Chistoph Reuter (Der Spiegel) ausgezeichnet.

In seiner Preisrede würdige Jury-Vorsitzender Michel Friedman die Bedeutung des Auslandsjournalismus: „Auslandsjournalismus, ist unsere Gehirn-Erweiterung. Ist unsere Perspektiven-Erweiterung. Ist unsere Chance zu verstehen, was außerhalb von uns passiert.“

Webseite des Preises: www.werner-holzer-preis.com

Auch interessant

Kommentare