Zapfenstreich vor der Oper

Krawalle am Opernplatz in Frankfurt: Stadt will Tatverdächtige aussperren

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Auf die Ausschreitungen am Opernplatz reagiert die Stadt mit strikten Konsequenzen. Clubbesitzer könnten von den Maßnahmen profitieren.

  • Nach Angriffen auf die Polizei ziehen Vertreter der Stadt Konsequenzen.
  • Ein Betretungsverbot am Opernplatz in Frankfurt sowie eine erhöhte Polizeipräsenz sind geplant.
  • Auch an möglichen Outdoor-Veranstaltungen wird zusammen mit Clubbetreibern gearbeitet.

Frankfurt - Nach den Krawallen vom Wochenende will Frankfurt ausufernde Feierlichkeiten in der Innenstadt unterbinden. Für den Opernplatz wird es laut Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) schon ab dem kommenden Wochenende einen „Zapfenstreich“ geben.

Ab Mitternacht dürfe der Platz rund um den Lucae-Brunnen nicht mehr betreten werden, bis 1 Uhr müsse er geräumt sein. Frank kündigte an, ein entsprechendes Betretungsverbot könne es in naher Zukunft auch für andere Plätze in der Innenstadt geben, sollte sich das Geschehen nach Mitternacht dorthin verlagern.

Der Ordnungsdezernent hatte am Sonntag und Montag gemeinsam mit Polizeipräsident Gerhard Bereswill und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) das weitere Vorgehen nach den Krawallen beraten und die Maßnahmen am Montag im Römer vorgestellt. Der Andrang, auch überregionaler Medien, war groß.

Randalen am Opernplatz Frankfurt: 39 Personen festgenommen

Umweltdezernentin Heilig zeigte sich von den Vorfällen von Sonntagnacht auf dem Opernplatz „auf das Tiefste erschüttert“. Quasi als flankierende Maßnahme zu dem Betretungsverbot sollen die Stadtreiniger ab Mitternacht mit dem Saubermachen beginnen „um es ein bisschen ungemütlich zu machen“, so Heilig.

Bei den Krawallen waren 39 Personen festgenommen worden. Aus der Tatsache, dass die meisten von ihnen bereits vorher polizeibekannt waren und 29 Personen nicht in Frankfurt wohnen, folgern die Verantwortlichen, dass die Randalierer zu später Stunde gezielt nach Frankfurt kämen, um Unruhe zu stiften. Die Polizei will daher versuchen, für die 39 festgenommen Personen juristisch ein Aufenthaltsverfügungverbot zu erwirken, damit sie zu später Stunde  nicht mehr nach Frankfurt kommen dürfen.

Opernplatz Frankfurt: Outdoor-Veranstaltungen sollen öffentliche Plätze entlasten

Polizeipräsident Bereswill kündigte zudem an, die Polizeipräsenz an den kommenden Wochenenden noch zu erhöhen. Dabei ginge es nicht nur darum, das Betretungsverbot für den Opernplatz durchzusetzen, sondern auch darum, Gruppen, die sich von dort an andere Orte in der Innenstadt bewegten, im Auge behalten zu können.

Präsent sein werde die Polizei daher auch in anderen Bereichen der Innenstadt. Da ein Teil der festgenommenen Personen erheblich alkoholisiert war, drohte Bereswill zudem an, künftig rund um den Opernplatz in Frankfurt auch Alkoholkontrollen bei Autofahrern vorzunehmen. Frank begrüßte die Maßnahme. Damit werde Besuchern von außerhalb, die auf Krawalle aus seien, zusätzlich signalisiert, „dass es sich nicht lohnt, nach Frankfurt zu kommen.“

Betretungsverbot am Opernplatz FrankfurtAb dem 24.07.2020 werden Polizeikräfte den Opernplatz in Frankfurt ab 1 Uhr nachts räumen. Bereits gegen 0 Uhr beginnen Reinigungsarbeiten.
Vermehrte PolizeipräsenzAn öffentlichen Plätzen in Frankfurt und vor allem am Opernplatz sollen künftig mehr Polizeikräfte eingesetzt werden, um eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten. Ein Einsatz von außerhessischen Polizeikräften ist nicht geplant.
Aufenthaltsverbot29 der insgesamt 39 Tatverdächtigen leben nicht in Frankfurt, sondern in anderen Orten und Städten. Gegen sie soll eine Aufenthaltsverbotsverfügung erlassen werden, die ihnen einen Besuch in Frankfurt für mehrere Monate verbietet.

Die Stadt will aber nicht nur restriktiv vorgehen. So soll es in dieser Woche Gespräche mit Clubbetreibern geben, um über mögliche Outdoor-Veranstaltungen zu sprechen. „Wir sind offen für Konzepte im Außenbereich“, so Frank. Der Ordnungsdezernent erhofft sich davon eine „Entlastung“ der öffentlichen Plätze, auf denen sich junge Menschen derzeit treffen, weil sie nicht in Clubs und Diskotheken können, die wegen der Corona-Verordnung noch immer geschlossen sind. Vorwürfe, dass es solche Gespräche längst hätte geben können, wies Frank zurück. Es handele sich um einen „Abwägungsprozess“, da Anwohner sicherlich nicht begeistert seien.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert

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