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Weidel verstieg sich zu der Behauptung, das achtjährige Opfer würde noch leben, wenn der Grenzschutz funktioniert hätte.

Rassismus

Rechte Töne im Netz - Politiker instrumentalisieren die Tat von Frankfurt

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AfD-Politikerin Alice Weidel versteigt sich zu der Behauptung, das achtjährige Opfer würde noch leben, wenn der Grenzschutz funktioniert hätte.

In den sozialen Medien schlagen die Wellen hoch nach dem Tötungsdelikt am Frankfurter Hauptbahnhof – nachdem rechte Politiker die Tat mit der Nationalität des mutmaßlichen Täters und mit der Zuwanderungspolitik der Bundesregierung in Verbindung gebracht hatten. Am Montag hatte die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel die Tat des „Afrikaners“ mit den Worten kommentiert: „Schützt endlich die Bürger unseres Landes – statt der grenzenlosen Willkommenskultur!“

Als am Dienstag bekannt war, dass der Eritreer nicht 2015 nach Deutschland kam, sondern seit 2006 in der Schweiz lebt, wiesen andere Twitter-Nutzer die AfD-Politikerin darauf hin, dass es „null Zusammenhang“ mit der deutschen „Willkommenskultur“ gebe. Weidel legte nach. Die AfD-Politikerin verstieg sich zu der Behauptung, das achtjährige Opfer würde noch leben, wenn der Grenzschutz funktioniert hätte.

Kind wurde im Hauptbahnhof Frankfurt vor einen ICE gestoßen: „Mord ist Mord“

Auch die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach blies in dieses Horn. Nur wegen Merkels Migrationspolitik habe „der Mord an dem 8-Jährigen Jungen und an vielen anderen zuvor“ geschehen können, behauptete Steinbach.

Der Vorsitzende des hessischen Landesausländerbeirates, Enis Gülegen, erwiderte: „Mord ist Mord – überall auf der Welt!“ Ein Mörder handele aus niederen Beweggründen. „Nationalität und Hautfarbe der Täter spielen dabei keine Rolle.“

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Der südhessische SPD-Vorsitzende Kaweh Mansoori zeigte sich „wütend, dass die Rechtsradikalen diese Tat politisch instrumentalisieren“. Den Angehörigen, „die neben ihrem persönlichen Schmerz noch die Hetzer ertragen müssen“, wünschte er viel Kraft. 

Prompt wurde Mansoori im Netz angefeindet, wegen seines Namens sei er „unberechtigt, hier herumzumotzen“. Mansoori erwiderte: „Mitgefühl für die Angehörigen des 8-jährigen Jungen wäre angebracht statt gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.“

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