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December 09., 2020, New York, New York, USA - Thirty six days after the 2020 election, primetime hosts SEAN HANNITY and
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Tucker Carlson (l.) und Sean Hannity - Vor der Kamera wird weiter gelächelt, hinter der Kamera fliegen die Fetzen bei Fox News.

Trump-Freund und Informant

Fox News in Aufruhr: Sean Hannity mit Seitenhieb gegen „feige“ Kollegen

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Fox News Moderator Tucker Carlson ist der unumstrittene Star des rechten TV-Senders. Gleichzeitig soll er der beste Informant beim Klatsch über Donald Trump sein.

Update vom 25. Juni 2021, 10.45 Uhr: Bei Fox News geht es zur Sache. Tucker Carlson, der Superstar des Senders, soll Informationen an liberale Zeitungen weitergegeben haben. Außerdem soll Carlson über Kollegen aus der Meinungssparte wie zum Beispiel Sean Hannity gelästert haben.

Genau der holt jetzt zum Gegenschlag aus. Natürlich gegen die New York Times, die von den Spitzeltätigkeiten Tucker Carlsons berichtet hatte. Aber auch gegen den Kollegen, dessen Sendung im direkten Anschluss an Sean Hannity läuft. Ohne Carlsons Namen zu nennen, sagt Hannity eindeutig in dessen Richtung: „Manche Leute bei Fox News mögen mich anscheinend nicht und haben schlechte Dinge über mich erzählt - feige, hinter meinem Rücken.“ Das sei für ihn aber keine große Sache, sondern nur „ein ganz normaler Tag in der Welt, in der ich lebe“, so Hannity.

Fox News: Tucker Carlson - Trump-Vertrauter als linker Spitzel enttarnt

Erstmeldung: New York - Wenn Sie Klatsch über Donald Trump hören wollen, dann kommen Sie zu Tucker Carlson. Der Superstar des rechtskonservativen TV-Senders Fox News soll laut eines Berichts der New York Times die Hauptquelle für hintergründige Informationen über den Präsidenten sein - gerade und vor allem für linksliberale Medien.

Das ist so verwunderlich, weil Tucker Carlson als einer der größten und schärfsten Kritiker der Medien in den USA gilt. Er nennt sie regelmäßig und voller Abscheu „ängstliche Tiere, die unseren Respekt nicht verdient haben“. Die sich mit ihrer Berichterstattung lieber bei Minderheiten einschleimen wollen würden, als die Wahrheit zu erzählen. Mit diesem Narrativ fährt Carlson bei Fox News sehr gut.

Seine Show „Tucker Carlson Tonight“ gilt als erfolgreichste politische Meinungsshow der USA. Zwar gibt es immer wieder Ärger mit Werbetreibenden und Produzenten beim Sender, wenn Carlson mal wieder die Grenzen des guten Geschmacks überschritten hat. Die Einschaltquote gibt dem 52 Jahre alten Moderator aber scheinbar Recht.

Tucker Carlson: Die primäre Quelle für Klatsch und Tratsch über Donald Trump

Gerade deshalb weckt ein Bericht über Tucker Calrsons Kooperation mit liberalen Medien, in deren Rahmen er über Donald Trump lästert, Misstrauen. Denen begegnet Ben Smith, Autor der Geschichte in der New York Times. 16 Journalistinnen und Journalisten geben an, regelmäßig geheime Informationen über den Trump-Clan oder über Interna bei Fox News von Tucker Carlson zu erhalten. Es sei eines der „offenen Geheimnisse Washingtons“, dass Carlson der „Go-to-Guy“ sei, wenn man auf der Suche nach Klatsch und Tratsch über Donald Trump sei.

NameTucker Swanson McNear Carlson
PositionFernsehmoderator und politischer Kommentator
SendungTucker Carlson Tonight (seit 2016)
HeimatsenderFox News
Geburtstag16. Mai 1969
GeburtsortSan Francisco, Kalifornien, USA

Was Smith da behauptet, wird auch von anderen Quelle rund um Donald Trump und Washington berichtet. Da wäre zum Beispiel Michael Wolff. Der Autor des Enthüllungsbuchs „Feuer und Zorn: Im Weißen Haus von Donald Trump“ bedankte sich bereits im Jahr 2018 bei Tucker Carlson für die Zusammenarbeit.

Tucker sei die „primäre, supergeheime Quelle aus Trumps Washington“ gewesen, so Wolff. Unter Insidern sei es laut Wolff sogar zu einem Running Gag geworden. Kaum habe jemand ein schlüpfriges Detail über Trump offenbart, habe man hinter vorgehaltener Hand gefragt: „Hast Du mit Tucker gesprochen?“

Die Karriere von Tucker Carlson: Von CNN über MSNBC zu Fox News

In dasselbe Horn bläst Brian Stelter, Moderator bei CNN. Auch er habe immer wieder Informationen von Carlson erhalten, auch wenn es ihm manchmal schwergefallen wäre, den Kollegen vom größten Konkurrenten als Quelle zu nutzen. Denn Carlson bedient regelmäßig rassistische Stereotype, sei es, in dem er vor dem großen Austausch der weißen Bevölkerung warnt, vor Flüchtlingsarmeen, die aus Mexiko die USA angreifen würden, gegen Corona-Masken hetzt oder er das US-Militär wegen des Einsatzes von Soldatinnen als verweichlicht bezeichnet.

Ein Blick auf den Werdegang Tucker Carlsons zeigt, dass seine Rolle als Doppelagent der US-Medienlandschaft eigentlich gar nicht so überraschend ist. Der Sohn eines Reporters wuchs in der Journalisten-Elite Washingtons auf.

Er schrieb für die Magazin-Ausgabe der New York Times und vereinzelt sogar für das noch linkere Nachrichtenportal Daily Beast. Seine Fernsehkarriere begann er bei CNN. Später landete er bei MSNBC - beides Sender, die Carlson heute nach eigenem Bekunden „verabscheut“.

Video: Neben Donald Trump gibt es weitere „Stars“, die man in den USA nicht mag

Tucker Carlson kritisiert Donald Trump nach Fernsehduell mit Joe Biden

2009 wechselte Tucker Carlson zu Fox News und wurde endgültig der Kämpfer für die Reublikanische Partei, als den man ihn heute wahrnimmt. Zwar lässt er sich im Gegensatz zu Kollegen wie Sean Hannity zwischen den Zeilen sogar an Kritik an Donald Trump entlocken - beispielsweise nach dem Fernsehduell mit Joe Biden. Doch auch Carlson bleibt in seiner Show hauptsächlich auf Linie mit der abgewählten Regierung.

Für die Führungsebene bei Fox News ist laut eigener Aussage das nun berichtete Verhalten von Tucker Carlson gar keine Überraschung. Es sei vielmehr normal, dass „jemand, der in den Medien arbeitet, auch mit der Presse redet“, so Vize-Präsidentin Irena Briganti laut der New York Times. Tucker Carlson selbst streitet die Vorwürfe ab: „Ich kenne überhaupt keinen Klatsch. Ich lebe in einer Kleinstadt mit 100 Einwohnern.“ Seine rechte Meinungsshow auf Fox News erreicht dafür dagegen jeden Abend über drei Millionenen Menschen. (Daniel Dillmann)

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