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Nach den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien sind die Ölpreise  deutlich gestiegen.

Luftangriffe auf Öl-Anlagen

Trump steht vor den Scherben seiner erratischen Politik

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Die Angriffe lenken den Fokus auf die zentralen Probleme der Region.

Die verheerenden Luftangriffe auf das Herzstück der saudischen Ölproduktion werfen ein Schlaglicht auf die beiden großen Krisenherde der Arabischen Halbinsel – den Krieg im Jemen und die Konfrontation mit dem Iran am Persischen Golf. US-Präsident Donald Trump steht nach seinem Ausstieg aus dem Atomvertrag vor den Scherben seiner aggressiven und erratischen Iran-Politik. Sein engster Verbündeter in der Region, Kronprinz Mohammed bin Salman, erfährt zum ersten Mal auf eigenem Territorium empfindliche Folgen des von ihm angezettelten Jemenkrieges. Im folgenden Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wer waren die Angreifer auf die beiden Ölanlagen des Staatskonzerns Aramco?

Die jemenitischen Huthis reklamierten die Angriffe für sich und erklärten, man habe die Aktion mit zehn Drohnen ausgeführt. In ihrem Fernsehsender kündigten die Rebellen weitere Militärschläge an. Man werde die Angriffe immer schmerzlicher machen, „so lange die Aggressionen und die Belagerung Saudi-Arabiens andauern“. Mehr als einhundert Ziele haben die Huthis bisher beschossen, darunter der Flughafen von Riad. Einen ähnlichen Massenangriff mit Drohnen gab es bereits Mitte August auf die Gasverflüssigungsanlage in Schaibah. Auch dort brach Feuer aus, die Produktion jedoch musste nicht unterbrochen werden. 

Washington präsentiert Satellitenaufnahmen

Washington dagegen ist überzeugt, dass irantreue Milizen im Irak dahinter stecken, weil nur sie eine so komplexe Operation mit Drohnen und Cruise Missiles meistern könnten. Als Belege präsentierte das Pentagon Satellitenaufnahmen, die Explosionskrater in den westlichen, aber auch in den nordwestlichen Bereichen der Industrieareale zeigen, die dem Irak zugewandt sind. Bei der noch laufenden Untersuchung deute alles darauf hin, „dass die Waffen, die bei beiden Angriffen genutzt wurden, aus dem Iran stammten“, hieß es am Montag seitens der im Jemen kämpfenden Militärkoalition.

News-Ticker zum Iran: Alle Informationen zum Angriff auf die Ölraffinerie

Welche Folgen hat der Angriff für den Krieg im Jemen? 

Als Kronprinz Mohammed bin Salman im März 2015 den Krieg gegen die Huthis ausrief, brüstete er sich, die Rebellen seien in wenigen Wochen besiegt und aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben. Stattdessen dauert der Krieg nun schon mehr als vier Jahre und hat – wie die Vereinten Nationen beklagen – das „größte humanitäre Desaster der Gegenwart“ angerichtet. Über 100 000 Menschen wurden getötet, der Jemen als Nation existiert nicht mehr. Den Süden beherrscht eine Unabhängigkeitsbewegung, die erneut eine Teilung des Landes wie vor 1990 erzwingen will. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten im Juli an, ihre Truppen aus dem Krieg zurückzuziehen, so dass Saudi-Arabien mit dem angerichteten Fiasko künftig alleine bleibt. Von König Salman ist bekannt, dass er lieber heute als morgen das blutige Militärabenteuer seines Sohnes beenden würde. Für Mohammed bin Salman jedoch könnte eine solche De-facto-Niederlage gegen die Huthis die Aussichten auf die Thronfolge gefährden.

Wie groß ist der Einfluss des Iran auf die Huthis? 

Der Iran mischt seit Jahren im Jemen mit, auch wenn „die Unterstützung Teherans für die Huthis nach wie vor begrenzt und der politische Einfluss minimal ist“, wie der kanadische Jemen-Spezialist Thomas Juneau schreibt. Zu Beginn des Krieges unterhielt die Islamische Republik lockere Beziehungen zu den Rebellen, riet ihnen damals sogar, nicht zu sehr zu provozieren und nicht zu weit zu gehen bei ihrer Besetzung von Sanaa. 

Drohnentechnik perfektioniert

Inzwischen helfen Irans Spezialisten dabei, die alten Mittelstreckenraketen aus Beständen der jemenitischen Armee zielgenauer und weitreichender zu machen. Längst werden auch Huthi-Techniker in Teheran geschult, Drohnen zusammenzubauen, zu reparieren, zu warten und zu steuern. Nach Einschätzung von Bernard Hudson, einem ehemaligen Anti-Terrorspezialisten der CIA, haben die Huthis inzwischen ihre Drohnentechnik „mit Rat und Tat der Iraner auf einem Niveau perfektioniert wie niemand sonst“.

Wird es Vergeltungsangriffe auf den Iran geben?

Falls Teheran hinter den Angriffen steckt, droht Trump der Islamischen Republik mit einer kriegerischen Konfrontation. Die USA seien „geladen und entsichert, abhängig von der Bestätigung“, twitterte er. Gleichzeitig bekräftigt er unverändert den Wunsch, den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani auf der UN-Vollversammlung Ende September zu treffen. Denn Trump weiß, ein weiterer Krieg im Nahen Osten wird seinen Chancen für eine Wiederwahl schmälern, ein Treffen mit Ruhani dagegen, bei dem er sich als erfolgreicher Dompteur eines Schurkenstaates inszenieren kann, wird sie erhöhen. 

Als Preis für ein Treffen in New York wäre Trump bereit, die Sanktionen gegen den Iran zu lockern. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman sagte, sein Land sei willens und in der Lage, auf „diese terroristische Aggression“ zu reagieren. Auf eigene Faust jedoch wird Saudi-Arabien den Iran nicht angreifen, weil iranische Raketen jedes Ziel in dem Königreich treffen können. Die „New York Times“ zitierte einen ungenannten Analytiker der Revolutionären Garden mit den Worten, sollten die USA den Iran angreifen, „werden die Flammen des Krieges euch alle verbrennen“. Die iranischen Revolutionsgarden beschlagnahmten indes nach eigenen Angaben im Persischen Golf ein Schiff mit 250 000 Litern illegalem Öl am Bord.

Aktuell kriselt es nicht nur zwischen dem Iran auf der einen und Saudi-Arabien und den USA auf der anderen Seite, auch der Konflikt zwischen dem Iran und Israel hat sich in den letzten Wochen verschärft: Neuerdings attackiert Israel auch iranische Ziele im Irak und dem Libanon. Israel versichert außerdem, Beweise für geheime Forschungsstätten des Iran zu haben.

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