Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Chef der Internationalen Atomenergie-Kontrollbehörde IAEO, der Ägypter Mohammed El Baradei, ist den USA oft ein Dorn im Auge.
+
Der Chef der Internationalen Atomenergie-Kontrollbehörde IAEO, der Ägypter Mohammed El Baradei, ist den USA oft ein Dorn im Auge.

Vom Förderer der Atomenergie zum Welt-Atomfahnder

Die Kernenergiekontrollbehörde IAEOEigentlich sollte sie nur die friedliche Nutzung der Kernenergie fördern. Die Welt der Atomenergie und der Atommächte war noch in Ordnung, als die IAEO am 29. Juli 1957 als autonome Organisation innerhalb der UN gegründet wurde. Doch spätestens seit dem Golfkrieg von 1991 ist die IAEO zugleich zur wichtigsten Fahndungsstelle im Kampf gegen Atomsünder geworden.

Von CHRISTIAN FÜRST (WIEN, DPA)

Eigentlich sollte sie nur die friedliche Nutzung der Kernenergie fördern. Die Welt der Atomenergie und der Atommächte war noch in Ordnung, als die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO am 29. Juli 1957 als autonome Organisation innerhalb der UN gegründet wurde. Niemand dachte zu jener Zeit daran, dass Staaten wie Indien, Pakistan oder Israel einmal zu Atommächten aufsteigen, russische Atomwissenschaftler auf dem Schwarzmarkt Uran oder Plutonium verkaufen und so genannte "Schurkenstaaten" und Terroristen einmal an eigenen Atomwaffen basteln würden.

Die rund 2200 Mitarbeiter der Wiener Atombehörde fördern auch heute noch die friedliche Nutzung der Kernkraft. Doch spätestens seit dem Golfkrieg von 1991 ist die IAEO zugleich zur wichtigsten Fahndungsstelle im Kampf gegen Atomsünder geworden. Unter Führung ihres langjährigen Chefs Hans Blix und seit 1997 unter dem Ägypter Mohammed el Baradei wurde die Organisation zur weltweit einzigen Institution der Weltgemeinschaft, die die Weiterbereitung von Atomwaffen verhindern und atomare Missetaten aufdecken soll.

Die Neuverteilung der Aufgaben für die IAEO, die heute rund 140 Mitgliedstaaten hat, begann mit dem Atomsperrvertrag von 1970. Seither hat sich der Schwerpunkt für die Wiener Behörde deutlich verändert. Sie soll die Weiterverbreitung von Atomwaffen, den Missbrauch von Atomanlagen und radioaktiver Substanzen für militärische Zwecke verhindern. Dazu gehören auch der illegale Erwerb nuklearen Substanzen und technischer Geräte, mit denen Atomwaffen hergestellt werden können.

Mehr als 1000 IAEO-Experten arbeiten dafür weltweit, überwachen und kontrollieren nukleare Anlagen in Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrags mit Hilfe automatischer Videokameras, messen Radioaktivität oder suchen, wie in Iran, nach geheimen Versuchslabore. So raffiniert sind inzwischen die Prüftechniken der Atomfahnder, dass sie in ihren Laboren bei Wien etwa anhand strahlender Spuren an Zentrifugenteilen nachweisen können, aus welchem Land das radioaktive Material kam.

Doch spätestens seit dem 11. September 2001 mit den Terrorangriffen in den USA ist allen Experten klar, dass die bisherige Tätigkeit erweitert werden muss. IAEO-Chef El Baradei hat wiederholt darauf verwiesen, dass die nukleare Bedrohung durch zu allem entschlossene Terroristen ständig wächst und vielleicht größer ist, als die durch Atomwaffen im Besitz von Staaten.

Hauptziel muss es deshalb sein, Terroristen den Zugang zu solchen Waffen, aber vor allem auch zu spaltbarem Material zu versperren. Aus diesem Grund berieten Delegierte Anfang Juli in Wien über eine neue Konvention zum Schutz von spaltbarem Material und von atomaren Einrichtungen vor Sabotage in den jeweiligen Mitgliedsländern.

Außerdem haben die Atom-Supermächte USA und Russland bereits damit begonnen, gemeinsam nach weltweit nicht registriertem spaltbarem Material zu fahnden und es zu sichern.

Zusammen mit der Internationalen Konvention zur Verhinderung des atomaren Terrorismus könnte dies verhindern, dass waffenfähiges Material in den falschen Hände kommt. Doch bis die Konventionen in Kraft treten, so warnen Experten, könnten noch viele Jahre vergehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare