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Übrreste des Passagierflugzeugs, das bei Teheran abstürzte.

176 Tote

Flugzeugabsturz im Iran – Trudeau geht von Abschuss aus

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Flugzeugabsturz im Iran: 176 Tote hat es bei dem Absturz bei Teheran gegeben. Die kanadische Regierung von einem Abschuss der Maschine aus.

Teheran – Der Absturz eines Passagierfliegers, der Einschlag, die Bergung der Leichen, die Sicherstellung der Flugschreiber, das Sammeln der Wrackteile, die monatelange Detailarbeit von Unfallspezialisten zur Rekonstruktion des Unglücks, die Trauer, die keine noch so gut gemeinte Kondolenz irgendwie erleichtern kann. Das ist die schreckliche Normalität einer Tragödie im weltweiten Luftverkehr.

2019 geschah das 18 Mal, bei nur drei der Unfälle überlebten alle Beteiligten. Mittwochmorgen ging ein Flieger der Linie Ukraine International kurz nach seinem Start aus 2400 Metern Höhe brennend nieder. Von den 176 Menschen an Bord überlebte niemand: 82 Iraner, 63 Kanadier, elf Ukrainer (neun davon die Crew), zehn Schweden, vier Afghanen, drei Briten... 15 Passagiere waren Kinder, meldete der Iran.

Flugzeugabsturz im Iran: Maschine war recht neu

Sanitäter des iranischen Roten Halbmonds tragen Opfer von der Absturzstelle fort.

Die Maschine vom Typ Boeing 737 war nach Angaben der Fluglinie nur drei Jahre alt, am Montag hatte man sie zuletzt technisch überprüft, sie war zuvor problemlos in London, Mailand und Paris gelandet und gestartet. Die Chefs von Ukraine International beteuerten, das Flugzeug sei eines ihrer besten gewesen, die Besatzung „wunderbar“ und erfahren.

Das ist alles Verlässliche, was bisher aus dem Iran und aus der Ukraine zu erfahren war. Jenseits davon bewegt man sich im Bereich von Schock und Spekulation. Luftfahrtexperten, Politiker, Militärs und überhaupt fast jeder, der mit der Fliegerei irgendwas zu tun hat, warnen vor Spekulationen. Das Perfide an der Spekulation aber ist, dass sie der gefühlten Notwendigkeit einer rationalen Erklärung für das schockierend Unerklärliche entgegenzukommen scheint. Sie scheint es nur.

Flugzeugabsturz im Iran: Erinnerung an Abschuss im Donbass

Frisch ist noch die Erinnerung an den 2019er Skandal um die fluguntaugliche Aufrüstung des Typs Boeing 737 Max 8 ab Werk. Dann gehören der gesamte Iran, erst recht die Hauptstadt Teheran und ganz besonders ihr Flughafen zum „asymmetrischen Schlachtfeld“ des Nah- und Mittelost-Konflikts, auf dem jeder und alles ein Ziel sein kann. Ein Experte mutmaßte, das beim Steigflug ausbrechende Feuer deute auf eine „Katastrophe“ hin, vielleicht „die Explosion einer Bombe“. Dass es eine ukrainische Maschine war, erinnert an den Abschuss von Malaysia Airlines Flight 17 über dem Kriegsgebiet Donbass 2014 (298 Tote). Alles das ist für sich richtig. Erinnerung und Mutmaßung sind verständlich. Aber nichts davon hilft jetzt irgendjemandem.

Von Peter Rutkowski

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