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Eine Familie befindet sich auf dem Weg in eine Flüchtlingseinrichtung in Wetzlar. Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in Deutschland hat sich seit November stark reduziert.

Balkanroute

Flüchtlingszahl geht stark zurück

Ende November sind in Deutschland deutlich weniger Flüchtlinge angekommen als in den Wochen davor. Gründe dafür sind der Wintereinbruch und das damit verbundene schlechte Wetter. Ein weiterer Grund ist die Errichtung neuer Grenzzäune auf dem Balkan.

Die Zahl der neu angekommenen Flüchtlinge in Deutschland ist in den vergangenen Tagen stark zurückgegangen. Während am vergangenen Donnerstag noch 6561 Menschen nach Deutschland kamen, waren es am Freitag gerade mal 3426 und damit etwa halb so viele. Über das Wochenende zählte die Bundespolizei laut den Angaben eines Sprechers 5786 Flüchtlinge, 2650 davon am Samstag und 3136 am Sonntag. Der größte Teil der Flüchtlinge kommt nach Angaben der Bundespolizei in Bayern an.

Der Rücklauf der Zahlen ist seit Beginnd der kalten Jahreszeit Anfang November feststellbar. In den Sommermonaten waren es noch bis zu 10.000 Einreisende täglich. Mit dem Beginn des Novembers überschritten täglich zwischen 7000 und 8000 Menschen die Grenze. Bis zum 8. November waren es sogar noch über 8000 gewesen. In diesem Monat stellte die Bundespolizei insgesamt ca. 216.000 eingereiste Menschen fest.

Die Zahlen der Bundespolizei beruhen auf Kontrollen in Grenznähe. Einige der Migranten befinden sich allerdings lediglich auf der Durchreise, etwa nach Skandinavien.

Hauptgrund: Schlechtes Wetter?

Ein Grund für die abnehmende Zahl an Neuankömmlingen ist das Winterwetter, das die Reisestrapazen und die mit der Reise verbundenen Risiken deutlich erhöht. Ein weiterer Grund könnten Barrieren für Flüchtlinge entlang der Balkanroute sein. So lässt etwa Slowenien seit rund zwei Wochen nur noch Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan passieren. Kroatien und Mazedonien wenden ähnliche Regelungen an.

Über einen möglichen Rückgang der Flüchtlingszahlen in den Wintermonaten war zuletzt diskutiert worden. So sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) noch am Donnerstag, dass ein Rückgang der Flüchtlingszahlen auch im Winter nicht zu erwarten sei.

In Griechenland war die Zahl der ankommenden Flüchtlinge aus der Türkei am Wochende vom 21. bis zum 23. November stark zurückgegangen, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. An diesem Wochenende seien nur knapp 500 Flüchtlinge über den Seeweg auf den griechischen Inseln gestrandet. Als Hauptgrund dafür nannte die Organisation das schlechte Wetter. Die Zahlen waren an diesem Wochenende wieder gestiegen. Im November sind laut Angaben der IOM und der griechischen Polizei insgesamt ca. 110000 Menschen angekommen. Ein Großteil davon habe Griechenland bereits wieder verlassen und sei weiter nach Mazedonien gezogen. (dil/dpa/reuters)

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