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Flüchtlinge

Flüchtlingslager in Lesbos: Gibt es eine Hoffnung für Khalid Alafaat?

  • Pitt von Bebenburg
    vonPitt von Bebenburg
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Der Mainzer Arzt Gerhard Trabert will gelähmten den Syrer Khalid Alafaat aus Lesbos nach Deutschland holen. Er beruft sich auf Regelungen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union

Im griechischen Flüchtlingslager Kara Tepe auf der Insel Lesbos leben die derzeit rund 6000 Betroffenen unter schwierigsten Bedingungen, darunter auch Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. Der Mainzer Arzt Gerhard Trabert bemüht sich mit seinem Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ darum, zehn schwer behinderte Männer und Frauen mit ihren Familien in die Bundesrepublik zu holen, um sie angemessen versorgen zu können.

„Menschen mit Behinderung und Fluchtgeschichte gehören zu der Gruppe der besonders schutzbedürftigen geflüchteten Personen und haben ein Anrecht auf die notwendige medizinische Versorgung und Beratung“, stellt Trabert fest. Die UN-Behindertenrechtskonvention und die EU- Aufnahmerichtlinien verpflichteten staatliche Stellen eigentlich, besonders schutzbedürftige Geflüchtete zu identifizieren und gut zu versorgen. „Bisher ignoriere das deutsche Recht diese Vorgaben, beklagt Trabert.

Der Arzt unterhält Kontakt zu Hilfsorganisationen auf Lesbos, wohin er in drei Wochen erneut reisen wird. Zu den Personen, die Trabert nach Deutschland holen will, zählt Khalid Alafaat mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern. Die FR hatte den 33-jährigen Syrer jüngst in Lesbos getroffen und über seine Situation berichtet.

Er war schwer verletzt worden, als eine Bombe das Dach seines Hauses in nordostsyrischen Heseke zum Einsturz brachte. Wegen einer spastischen Lähmung ist Alafaat auf den Rollstuhl angewiesen. Die Toilette des Flüchtlingslagers kann Alafaat nur benutzen, wenn ihm Freunde helfen. Im November 2020 war es Trabert gelungen, mit Hilfe einer Ausnahmeregelung einen querschnittsgelähmten Syrer mit seinem Begleiter von Lesbos nach Deutschland zu holen.

In einer Petition an den Deutschen Bundestag schrieb Trabert, die Lebenswirklichkeit in Kara Tepe, dem Nachfolgecamp des niedergebrannten Lagers Moria, sei „menschenunwürdig“. Daher müssten die Bewohnerinnen und Bewohner evakuiert werden. „An erster Stelle müssen Kinder, Schwangere, behinderte und chronisch Kranke sowie alte Menschen aus diesem Lager in Europa verteilt werden“, hieß es weiter. Deutschland solle vorangehen. Daneben müsse die Situation vor Ort verbessert werden, indem Gehhilfen und Rollstühle zur Verfügung gestellt und Prothesen angefertigt würden.

Doch das Ansinnen hatte bislang keinen Erfolg. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wies darauf hin, dass Deutschland bereits rund 2750 schutzbedürftige Menschen aus Moria und anderen Hotspots aufgenommen habe, darunter 150 unbegleitete Minderjährige sowie und 243 behandlungsbedürfige Kinder mit ihren Kernfamilien.

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