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Überfüllt und vermüllt: Flüchtlingscamp auf Lampedusa wird geräumt

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Von: Constantin Hoppe

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Die italienischen Behörden beginnen damit, das Flüchtlingscamp auf der Mittelmeerinsel Lampedusa zu räumen. Die Zustände dort sorgen für Empörung.

Lampedusa – Die Behörden in Italien haben damit begonnen, das völlig überfüllte Flüchtlingscamp auf Lampedusa zu räumen. Am Sonntagmorgen brachte ein Marineschiff die ersten 600 Migranten von der Insel zwischen Tunesien und Süditalien nach Porto Empedocle auf Sizilien, wie der Deutschlandfunk berichtete.

Mit der Maßnahme reagiert das Innenministerium in Rom auf die jüngsten Entwicklungen auf der Mittelmeerinsel.

Flüchtlingscamp auf Lampedusa maßlos überfüllt

Ende der vergangenen Woche wurden rund 1800 Menschen in dem Erstaufnahmelager gezählt. Offiziell ist in dem Camp Platz für 350 Personen. Bereits in dieser Woche werden wieder zahlreiche Flüchtende aus Nordafrika auf der Mittelmeerinsel erwartet, deshalb soll das Lager so schnell wie möglich geleert und gereinigt werden.

Das Flüchtlingscamp auf Lampedusa ist überfüllt. Die Zustände nicht mehr tragbar. Menschen müssen auf Matratzen im Freien schlafen.
Empörung über die Zustände im Flüchtlingscamp auf Lampedusa © Alessandro Serrano/AFP

Laut der zuständigen Präfektin von Agrigent auf Sizilien sollen bis Dienstag alle aktuellen Bewohner des Flüchtlingscamps auf andere Einrichtungen verteilt sein.

Lampdedusa: Empörung über Zustände in Flüchtlingscamp

Ende der vergangenen Woche hatten Berichte über die Zustände in dem Erstaufnahmelager für Empörung gesorgt. Giusi Nicolini, Ex-Bürgermeisterin von Lampedusa, postete bei Facebook Bilder und ein Video aus dem Camp. Darauf zu sehen: Bergeweise Abfall, vermüllte Gänge und Menschen, die auf alten Matratzen im Freien schlafen müssen.

Unter den Geflüchteten vor Ort seien auch Schwangere und kleine Kinder. „Frauen, Kinder, Kranke und Pflegebedürftige schlafen auf dem Boden, wo sie auch essen, zwischen dem Müll. Diese Bilder könnten aus Libyen stammen. Aber nein, das ist Italien“, schrieb Nicolini.

Ein Vertreter der Internationalen Organisation für Migration der Vereinten Nationen erklärte, nicht die Zahl der ankommenden Menschen sei das Problem, sondern die schlechte Organisation bei der Verteilung.

Immer wieder setzen Flüchtlinge per Boot nach Lampedusa über
Immer wieder setzen Menschen per Boot nach Lampedusa über. © Jesús Hellín/dpa

Das Innenministerium in Rom zählte bis zum Wochenende mehr als 30.000 Menschen, die in diesem Jahr mit Booten an den italienischen Küsten - darunter auch Lampedusa - angekommen sind. Immer wieder kommt es vor, dass Flüchtlingsschiffe kentern und Menschen ums Leben kommen. (con)

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