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Soldaten der afghanischen Nationalarmee stehen an einem Kontrollpunkt vor den für den 28. September 2019 geplanten Präsidentschaftswahlen.

Flüchtlinge

Pro Asyl fordert Ende von Abschiebungen nach Afghanistan

Aufgrund der schlechten Sicherheitslage pocht Pro Asyl auf ein Ende der Abschiebungen Geflüchteter.

Angesichts der schlechten Sicherheitslage in Afghanistan, besonders aktuell im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen, fordert die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl erneut einen Abschiebestopp nach Afghanistan. Kaum ein Tag vergehe "ohne Meldungen über Tote und Verletzte", erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt anlässlich des bundesweiten Tags des Flüchtlings am Freitag. 

Er kritisierte auch, dass häufig gut integrierte afghanische Flüchtlinge abgeschoben würden, obwohl diese über Arbeits- oder Ausbildungsperspektiven verfügten.

Sicherheitslage in Afghanistan schlecht, Friedensverhandlungen ausgesetzt

Zur schlechten Sicherheitslage in Afghanistan erklärte Burkhardt: "Kurz vor der Präsidentschaftswahl am morgigen Samstag versinkt Afghanistan im Chaos." Die Friedensverhandlungen seien ausgesetzt, "bei blutigen Anschlägen und Angriffen in zahlreichen Provinzen kamen binnen weniger Tage Dutzende Menschen ums Leben oder wurden verletzt".

"Die Innenminister der Länder müssen sich dieser Realität stellen und die Politik der verschlossenen Augen beenden", forderte daher Burkhardt. Deren "innenpolitisches Wunschdenken" sei "mit der brutalen Realität in Afghanistan nicht in Einklang zu bringen". 

Situation von Flüchtlingen in Bayern besonders schlecht

Besonders scharf kritisierte er die Praxis in Bayern, von wo die meisten Menschen nach Kabul abgeschoben werden. Häufig würden diese erst am selben Tag abgeholt, um das Einlegen von Rechtsmitteln oder andere Interventionen zu erschweren.

Abschiebung nach Afghanistan: Fast alle wollen zurück nach Deutschland

Der Tag des Flüchtlings steht in diesem Jahr unter dem Motto "Menschen und Rechte sind unteilbar". Er findet im Rahmen der Interkulturellen Woche statt. Bundesweit sind dazu zahlreiche Veranstaltungen vorgesehen. (afp)

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