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Flüchtling mit zwei Namen: Linke fordert Aufklärung

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Nach dem FR-Bericht über einen Flüchtling, dem die Behörden offenbar eine falsche Identität zugeschrieben haben, fordert die Linke Aufklärung. Es sei unklar, ob es sich lediglich um einen Einzelfall handele.

Aufklärung im Fall um den Flüchtling mit den zwei Namen fordert die hessische Linksfraktion. „Macht die Behörde falsche Angaben, um einen Flüchtling abschieben zu können“, fragt der stellvertretende Fraktionschef Jan Schalauske anlässlich des Berichts in der Mittwochsausgabe der FR. Ein Flüchtlingshelfer hatte recherchiert, dass dem Algerier Tarek Ramdani Vergehen zugeordnet werden, die er nicht begangen hat. Er bekommt auch Post an einen Menschen namens Sofian ben Abdala, den es überhaupt nicht gibt. Eine Klärung ist wichtig für ihn, seine Frau und seine drei Kinder. Die gescheiterte Abschiebung der algerischen Familie hatte im Januar vergangenen Jahres bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Nun bestehe der „schwere Vorwurf“, dass die Behörden falsche Angaben über Straftaten gemacht haben, sagte Schalauske. Diese müssten entkräften werden. Andernfalls seien die Akten von Ramdani zu korrigieren. Zusätzlich müsse auch geklärt werden, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob eine falsche Zuschreibung von Identitäten auch bei anderen von Abschiebung bedrohten Flüchtlingen vorkomme. Schalauske kündigte eine Kleine Anfrage an, mit der die Linken im Hessischen Landtag auf Antworten hofft.

Bestürzt reagierte er auf die Aussage der Ausländerbehörde, dass die Familie abgeschoben werde. „Nach meiner Kenntnis liegen dem Landtag zwei Petitionen in der Sache vor. Zudem genießt die Familie Ramdani mit drei kleinen Kindern breite Unterstützung in Mittelhessen.“ jur

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