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General Philip Breedlove

USA

Fliegergeneral für die Nato-Spitze

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Obama hat einen neuen Kandidaten für den Posten des Nato-Oberbefehlshabers. Philip Breedlove könnte die Nato strategisch neu ausrichten.

Es dauerte gerade einmal zwei Tage, dann hatte US-Präsident Barack Obama einen neuen Favoriten für den Posten des Nato-Oberbefehlshabers gefunden. Statt General John Allen, der die Beförderung ablehnte, soll nun offenbar Philip Breedlove das westliche Verteidigungsbündnis anführen. Eine Bestätigung der Nominierung durch die US-Regierung steht allerdings noch aus.

Der aus Forest Park im US-Bundesstaat Georgia stammende Breedlove ist 57 Jahre alt, als Kampfpilot ausgebildet und leitet seit Sommer vergangenen Jahres das US-Luftwaffenkommando für Europa und Afrika in Ramstein in Rheinland-Pfalz. Dort unterhält das Pentagon den größten US-Militärflugplatz außerhalb der Vereinigten Staaten, der auch als Transportdrehscheibe für den Krieg in Afghanistan gilt.

Konzentration auf Nordafrika und die arabische Halbinsel

Würde Breedlove neuer Nato-Oberbefehlshaber, könnte das mit einer Veränderung der militärischen Strategie in der Allianz einhergehen, wurde jetzt in US-Medien spekuliert. Das Ende des internationalen Kampfeinsatzes in Afghanistan sei absehbar, hieß es. Die Nato könnte sich demnach künftig mehr auf den Kampf gegen den Terrorismus in Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel konzentrieren.

Amerikanische Militärs sorgen sich vor allem wegen terroristischer Aktivitäten in Mali, Algerien, Libyen, Somalia und Jemen. Seit 2006 bereits betreiben die USA ihr Afrika-Kommando von Dschibuti aus – und nach jüngsten Berichten, die nicht dementiert wurden, planen die US-Streitkräfte einen neuen Drohnenstützpunkt in Niger, um von dort aus Einsätze mit unbemannten Flugkörpern im Norden Afrikas fliegen zu können.

Seiner Ausbildung und seiner Karriere nach wäre Philip Breedlove der geeignete Kandidat für diese neuen Aufgaben in Weltregionen, in denen die Nato bislang nur selten aufgetreten ist. Der Luftwaffen-General aus Georgia war während seiner gesamten Karriere in Europa, Asien oder in den USA stationiert.

Viele andere US-Spitzenmilitärs haben eine andere Geschichte. Sie führten im vergangenen Jahrzehnt Krieg im Irak und in Afghanistan und empfahlen sich dadurch für höhere Aufgaben. So war der vor wenigen Monaten zurückgetretene CIA-Direktor David Petraeus Befehlshaber der US-Truppen im Irak, bevor er nach Kabul geschickt wurde. Auch John Allen, der bis vor wenigen Tagen für den höchsten militärischen Posten bei der Nato vorgesehen war, kommandierte bis zuletzt die Isaf-Truppe in Afghanistan.

Allen, Obamas ursprünglicher Favorit, hatte in dieser Woche überraschend auf die Beförderung verzichtet. Er war in die außereheliche Affäre rund um den früheren CIA-Chef Petraeus verwickelt, wurde aber vom US-Verteidigungsminister von allen Vorwürfen entlastet, sich unangemessen verhalten.zu haben. Auf Breedlove sollen sich der scheidende US-Verteidigungsminister Leon Panetta und seine Amtskollegen während eines Treffens in Brüssel geeinigt haben.

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