Zwei Mitarbeiter eines Fleischereibetriebes kontrollieren Rinderstücke. Sie haben ein Klemmbrett dabei und leuchten das Fleisch mit einer Taschenlampe an.
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In der Fleischindustrie (Symbolbild) kommt es regelmäßig zu Coronavirus-Ausbrüchen.

Illegale Leiharbeit

Großrazzia in Fleischindustrie: 800 Beamte im Einsatz

Die Corona-Pandemie hat Leiharbeit in der Fleischindustrie in den Fokus gerückt. Die Ermittlungsbehörden haben jetzt eine Großaktion gestartet.  

  • Bei einer Großrazzia überwiegend gegen die Fleischbranche sind 800 beamten im Einsatz.
  • Der Schwerpunkt liegt in Sachsen-Anhalt.
  • Die Fleischbranche soll reformiert werden.

+++ 08.50 Uhr: Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies ist nach eigenen Angaben nicht von der Razzia wegen des Verdachts der illegalen Einschleusung von Arbeitskräften betroffen. „An unserem Standort in Weißenfels gibt es bisher keine Durchsuchung“, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch.

Tönnies betreibt in Weißenfels seinen zweitgrößten Schlachtstandort und beschäftigt dort etwa 2 200 Mitarbeiter. „Wir haben keine Kenntnis darüber, welche Firmen in Weißenfels durchsucht wurden“, sagte der Tönnies-Sprecher. Es habe auch an weiteren Tönnies-Standorten in Deutschland keine Durchsuchungen gegeben.

Großrazzia in Fleischbranche: Zwei Firmen beschuldigt

Beschuldigt sind laut Bundespolizei zwei Firmen, die unabhängig voneinander, aber nach demselben Muster vorgehen sollen. Sie sollen hauptsächlich europäische Staatsbürger mit falschen Dokumenten nach Deutschland geholt haben. Die Ermittlungen richteten sich gegen 10 Hauptbeschuldigte im Alter von 41 bis 56 Jahren.

Erstmeldung: Weißenfels - Wegen mutmaßlicher umfassender illegaler Einschleusung von Arbeitskräften für die Fleischbranche hat die Bundespolizei eine Großrazzia in fünf Bundesländern ausgeführt. Die Razzia begann am Mittwoch in den frühen Morgenstunden und dauerte einige Stunden später noch an, wie ein Sprecher der Bundespolizei-Sektion für Mitteldeutschland der Nachrichtenagentur AFP sagte. Rund 800 Beamte seien im Einsatz.

Großrazzia überwiegend in der Fleischbranche

Der Schwerpunkt der Razzia lag nach Angaben des Sprechers in Sachsen-Anhalt, Durchsuchungen fanden demnach auch in Sachsen, Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt. Die Razzia war dem Sprecher zufolge nicht auf die Fleischindustrie beschränkt, konzentrierte sich jedoch „überwiegend“ auf diese Branche.

Bei der Razzia gehe es darum, hinsichtlich der illegalen Beschäftigung von Leiharbeitern ein „Dunkelfeld aufzuhellen“, sage der Sprecher. Hintergrund der Razzia ist nach seinen Angaben, dass die Bundespolizei bei ihren Kontrollen an Grenzübergängen und Bahnhöfen über die Zeit hinweg eine große Zahl von Reisenden mit falschen Dokumenten angehalten hatte. Daraufhin sei eine Sonderkommission zur Einschleusung von Leiharbeitern eingerichtet worden.

Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie in der Kritik

Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sind im Zuge der Corona-Krise stark in die Kritik geraten. In der Branche gab es eine Serie von Ausbrüchen des neuartigen Erregers, was Kritiker auf die Arbeitsbedingungen sowie die Unterbringung vieler Beschäftigter in beengten Gemeinschaftsunterkünften zurückführen. In den Schlachtbetrieben sind viele Osteuropäer tätig, die von Subunternehmen beschäftigt werden.

Die Bundesregierung brachte als Reaktion auf die Coronavirus-Ausbrüche einen Gesetzentwurf für Reformen in der Fleischindustrie auf den Weg. Der Entwurf sieht vor, dass Großschlachthöfe bei der Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine von Partnerfirmen beschäftigten Arbeiter mehr einsetzen dürfen, sondern nur eigenes Personal. Auch die Unterbringung von Schlachthofmitarbeitern soll verbessert und die behördlichen Kontrollen in den Betrieben erhöht werden. Die Regelungen sollen zum 1. Januar in Kraft treten. (FR/afp)

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