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Welche Bedeutung hat der Film „300“ für die rechte Szene?
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Welche Bedeutung hat der Film „300“ für die rechte Szene?

Rechte Mythen

Film „300“

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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In den Räumen der Frankfurter SEK-Einheit wurden Symbole aus dem Film „300“ gefunden. Welche Bedeutung hat der Film für die rechte Szene? Bei der Erklärung hilft Satire.

Manchmal erklärt Satire die Dinge am besten. Der Youtube-Kanal „Screen Junkies“, der Filme mit überspitzten Trailern parodiert, hat über den Actionstreifen „300“ mal gesagt, der „dämliche Film“ basiere „auf einem Comic, der auf einem älteren Film basiert, der selbst auf uralter griechischer Propaganda basiert, die auf einer wahren Geschichte basiert“.

In der Tat ist der 2006 von Regisseur Zack Snyder gedrehte US-Film vor allem die Verfilmung eines düsteren Comics von Frank Miller. Und wie jede ernstgemeinte Comicverfilmung gehorcht „300“ nur der Logik des Genres: Der Streifen ist überdreht, blutig, gewalttätig und ziemlich effekthascherisch.

Millers Geschichte orientiert sich lose an einer Episode aus den Perserkriegen im Jahre 480 v.Chr., als es Leonidas, König von Sparta, mit einer kleinen Truppe gelang, das Heer des persischen Königs Xerxes am Thermopylenpass aufzuhalten, so dass das griechische Heer sich zurückziehen konnte. Leonidas und seine Soldaten verloren ihr Leben.

Der perfekte Stoff für eine platte Story um Heldentod und Märtyrertum, die als Comic und als Popcorn-Kino funktioniert. „300“ erfuhr allerdings dann eine ganz eigene Rezeption in der extremen Rechten: Viele Rechtsradikale identifizierten sich mit den Spartanern, der Mix aus Männlichkeit, Stolz, Opferbereitschaft und Verteidigung der Heimat gegen fremde Horden passte perfekt in ihr ideologisches Selbstbild. Auf einer rechtsextremen Demo 2015 in Frankfurt waren sich Hooligans nicht zu blöde, den aus dem Film stammenden Schlachtruf „Ahu!“ zu grölen. Und auch Beamten im SEK Frankfurt scheint „300“ so gefallen zu haben, dass sie ihre Diensträume mit Symbolen aus dem Film schmückten.

Die völkische „Identitäre Bewegung“ machte den Buchstaben Lambda, den die Spartaner in „300“ auf ihren Schilder tragen, sogar zu ihrem zentralen Symbol. Ihren Kampf gegen eine angebliche „Islamisierung“ Europas stellten sie so über eine popkulturelle Referenz in die Tradition Spartas. Da sage noch einer, die Rechten würden sich in der Postmoderne nicht zurechtfinden. han

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