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Ataman widerspricht Bild-Zeitung: Bezeichne Deutsche nicht als Kartoffeln

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Von: Johanna Soll

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Als erste Amtshandlung stellte Ferda Ataman, die neue Antidiskriminierungsbeauftragte, den Jahresbericht vor. Mit einem Bild-Artikel ist sie nicht einverstanden.

Berlin – Ferda Ataman, die neue Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, stellte am Dienstag (16. August) den Jahresbericht 2021 der Antidiskriminierungsstelle vor. Normalerweise stößt dieser Termin nicht auf großes Medieninteresse. Der Bericht geriet auch diesmal eher in den Hintergrund, denn die Person Ferda Ataman war für viele Medienvertreter:innen interessanter.

Ihre Nominierung hatte im konservativen und rechten Lager für Empörung gesorgt. Ferda Ataman spalte selbst durch Diskriminierung gegenüber weißen Deutschen, statt zu integrieren, so die Quintessenz der Vorwürfe. Im Ergebnis kam es zu einer öffentlichen Debatte um ihre Person, in der es manche mit der Wahrheit nicht so genau nahmen.

Ferda Ataman: Antidiskriminierungsbeauftragte trotz rechter Gegenkampagne

In einem Interview mit dem Spiegel Ende Juli bezeichnete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Ferda Atamans Äußerungen als „diskriminierend und respektlos“. Es sei unbegreiflich, dass die Grünen so jemand für dieses Amt vorgeschlagen hätten. Es gab zu der Personalie Ataman zahlreiche kritische Artikel in konservativen Medien – linksliberale Medien hielten dagegen. Schlussendlich wurde Ferda Ataman mit hundert Stimmen Vorsprung ins Amt gewählt und ist seit dem 7. Juli Antidiskriminierungsbeauftragte.

Bei dem Pressetermin, in dem es eigentlich um den Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle hätte gehen sollen, wurde Ferda Ataman von Journalisten der Bild gefragt, ob sie es bereue, Deutsche als „Kartoffel“ bezeichnet zu haben. „Das habe ich nicht, Sie haben bestimmt den entsprechenden Text gelesen“, entgegnete Ataman. Auch den Jury-Vorsitz für den Negativpreis „Goldene Kartoffel“ bereue die Journalistin und Politologin mit türkischen Wurzeln nicht. Den Preis verleiht der Verein Neue Deutsche Medienmacher:innen für besonders diskriminierende Berichterstattung.

Bild: Ferda Ataman hätte sich entschuldigen sollen

Anschließend kritisierte Bild, Ferda Ataman habe die Gelegenheit, sich zu entschuldigen oder zu distanzieren, nicht genutzt. „Als Anti-Hass-Beauftragte ist sie nun für alle in Deutschland lebenden Menschen zuständig – auch für die Deutschen“, heißt es im typischen Bild-Jargon. Ferda Ataman äußerte sich auf Twitter, sie bezeichne Deutsche nicht als Kartoffeln und habe dies bei der Pressekonferenz auch so gesagt. Außerdem sei sie nicht 43 Jahre alt, wie Bild schreibt. Tatsächlich ist sie 42.

Am Ende der Pressekonferenz sagte Ferda Ataman: „Mein Ziel wird es jetzt sein, die Aufmerksamkeit, die dadurch entstanden ist, auf die Arbeit der Stelle, auf die Betroffenen und auf das Thema Diskriminierung zu lenken.“ Das ist auch sinnvoll, denn die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat im Jahr 2021 die zweithöchste Zahl an Beratungsanfragen seit ihrer Gründung bearbeitet. (Johanna Soll)

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